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Krokus kann Winter- oder Frühlingsbote sein

Ettenheim (dpa/tmn) - Wenn sich ab Februar in Beet und Rasen weiße, hellviolette, lilafarbene und gelbe Blüten zeigen, ist der Winter in der Regel vorbei: Der Krokus gehört zu den Zeigerpflanzen des Vorfrühlings.

Mit ihm erwacht die Natur aus der Winterruhe. Er kann unter Umständen aber auch die letzte gepflanzte Blume vor dem Winter sein.

Blühende Krokusse sind aber nicht nur ein hübscher Anblick. Die Blumen erfüllen auch eine wichtige Funktion: Krokusse sind wichtige Nektarquellen für Hummeln, Wild- und Honigbienen. "Sie öffnen ihre Blüten im Frühjahr mit den ersten warmen Sonnenstrahlen und blühen im Herbst zu einer Zeit, wo das Nahrungsangebot schon gering ist", sagt Susanne Deininger, Leiterin der Fachgruppe Blumenzwiebeln und Rhizome bei der Gesellschaft der Staudenfreunde.

Zwischen 80 und 200 Arten sind bekannt

Botanisch gesehen sind Krokusse Geophyten. Anders als Tulpen und Schneeglöckchen bilden sie keine Zwiebeln, sondern eine kugelige, birnenförmige oder abgeflachte Knolle, in der sie Energie speichern können. Wie viele Arten es innerhalb der Gattung gibt, darüber gibt es in der Wissenschaft unterschiedliche Auffassungen - je nach Sichtweise zwischen 80 und 200.

Für den gärtnerischen Gebrauch unterscheidet Deininger grob zwischen herbstblühenden und frühjahrsblühenden Krokusse. "Letztere werden häufig unterschieden in Wildkrokusse und Gartenkrokusse, meist großblumige Hybriden von Crocus vernus und Crocus chrysanthus", erklärt die Expertin.

Wer für das Frühjahr keine bunten Mischungen pflanzen möchte, dem empfiehlt Deininger, nach bestimmten Arten und Sorten von Wildkrokussen Ausschau zu halten. Den Blütenflor im Frühling eröffnet der meist helllila-, manchmal auch rosafarbene Elfenkrokus (Crocus tommasinianus), der gern verwildert. Als reich blühend gelten die Sorten 'Tricolor' und 'Firefly' des Crocus sieberi.

Zu den Klassikern bei den herbstblühenden Krokussen gehört der Safrankrokus (Crocus sativus). "Der Safrankrokus ist eine sehr alte und sehr wertvolle Kulturpflanze. Er braucht durchlässigen Boden, unbedingt Sommertrockenheit und einen sonnigen Platz", weiß Deininger. Die herbstblühenden Krokusse werden ab Augst gepflanzt.

Krokusse bis in den Dezember hinein pflanzen

Die Frühlingsblüher kommen ab September in die Erde. "Gut gelagerte Knollen, die fest, sauber und noch nicht ausgetrieben haben, kann man bis in den Dezember hinein pflanzen, solange der Boden nicht gefroren ist", sagt Olaf Beier vom Bundesverband Einzelhandelsgärtner.

Während die herbstblühenden Schwertliliengewächse grundsätzlich einen eher schattigen und feuchten Standort bevorzugen, gedeihen Frühlingskrokusse besser auf eher trockenem Grund. Denn zu viel Nässe bringt Fäulnis.

Krokusse sind kaum anfällig für Krankheiten und vermehren sich an unberührten Stellen in der Regel von allein. Im Garten ist es wichtig, dass man ihnen vor allem nach der Blüte genügend Zeit und Ruhe lässt, damit die Knollen ausreichend Energie speichern können. Und das heißt bei Frühlingskrokussen: Die Blätter nicht schneiden, bevor die Pflanze einzieht. "Wenn man Krokusse im Rasen haben will, darf man keinesfalls vor Mai mähen", betont Deininger.

Ihr Tipp: Krokusse am sonnigen Gehölz- oder Beetrand ansiedeln und es ihnen zu überlassen, wie weit sie in den Rasen einwandern wollen. "In Trockenrasen oder lückigen Wiesen, die erst Mitte des Jahres gemäht werden, können sie sich jedoch oft gut vermehren."

© dpa-infocom, dpa:201111-99-295580/4

 

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