Naturkundliches aus dem Jeverland

Immergrünes Zeichen für das Leben

Jever - Sie ist „Baum des Jahres 2021“: Die Stechpalme (Ilex aquifolia), in manchen Gegenden auch ‚Hülse’ oder ‚Hülsekrabbe‘ genannt.

Busch oder Baum?

Vermutlich wird sich bei der Stechpalme mancher fragen: Ist die überhaupt ein Baum? Tatsächlich bleiben die meisten Exemplare dieser in Nordwestdeutschland häufigen Pflanzenart strauchartig und gehören in unseren schattigen Laubwäldern eher zum Unterholz – so im Neuenburger Urwald und im Upjever Forst. Im Freistand und damit bei genügend Lichteinfall kann der Ilex aber auch Höhen von mehr als 10 Metern erreichen und so tatsächlich einen Baum darstellen.

Auch in Gärten und Parks wird die Art vielfach gepflanzt; hier oft in gezüchteten Kulturformen, mit weißbunten oder weißrandigen Blättern, die als besonders dekorativ gelten.

In Jever oft zu finden

Dass sie bei uns so gut gedeiht, hat vor allem klimatische Gründe. Die Stechpalme bevorzugt das feuchte und wintermilde atlantische Klima und kommt daher vor allem in Westeuropa vor. Ist die Art im Jeverland häufig, so trifft man sie z. B. im stärker durch kontinentales Klima geprägten Zerbster Raum, also im Bereich der Partnerstadt Jevers, viel weniger an.

Zeichen des Lebens

Ihr Name bezieht sich auf die stacheligen Blattränder, die einen Schutz gegen Wildverbiss darstellen. Höher am Strauch angebrachte Blätter benötigen diesen Schutz nicht mehr und zeigen daher nur wenige oder auch gar keine Stacheln.

Der zweite Namensbestandteil ‚Palme‘ bezieht sich auf die Verwendung als Palmzweig – Ersatz bei den in katholischen Gebieten verbreiteten Feierlichkeiten am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern. Wie andere immergrüne Pflanzen – etwa der Buchsbaum – gilt der Ilex als Zeichen des Lebens und kann so in manchen Regionen Bestandteil des Palmbuschs sein, den die Gläubigen aus der Kirche mit nach Hause nehmen. In einem seiner Altersgedichte erwähnt Johann Wolfgang Goethe diese Verwendung: „Im Vatikan bedient man sich/ Palmsonntags echter Palmen/… /Muss im Gebirg zu diesem Brauch/Stechpalmen gar verwenden.“

Zwei Geschlechter

Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit dienen die Zweige der Stechpalme mit ihren glänzenden tiefgrünen Blättern und den roten Früchten, die – botanisch allerdings nicht korrekt – häufig als Beeren bezeichnet werden, vielfach zu dekorativen Zwecken und stellen auch ein beliebtes Motiv auf Glückwunschkarten dar. Allerdings trägt längst nicht jeder Ilex die schmucken Früchte, denn die Art gehört zu den zweihäusigen Pflanzen; das heißt: weibliche und männliche Blüten entwickeln sich an verschiedenen Exemplaren und naturgemäß tragen dann nur die weiblichen Pflanzen Früchte.

Vögel lieben Frucht

Sind die Früchte für den Menschen giftig, so werden sie doch von Vögeln gern gefressen. Vor allem die heimischen Drosselarten finden sich regelmäßig im Spätherbst und Winter an den fruchttragenden Stechpalmen in Jevers Gärten ein und können, wenn sie gleich scharenweise auftreten wie die als Wintergäste häufigen Wacholder- und Rotdrosseln, diese fast vollständig „plündern“; und dann bleibt meist kaum noch etwas an Zweigen für die Weihnachtsdekoration übrig.

Gerade im Gefressenwerden liegt aber die biologische Bedeutung der Früchte: Da die Vögel nur das Fruchtfleisch verwerten und den unverdaulichen Kern mit dem Samen wieder ausscheiden, tragen sie zur Vermehrung und Ausbreitung der Stechpalme bei.

 

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