Zahnarztbesuch in Corona-Zeiten

Risiko oder finanzieller Nachteil? Oldenburger steckt in einem Dilemma

Oldenburg - „Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ist gut“, so formulierte es Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Ansprache am vergangenen Montagabend. Diesen Appell unterstützen auch die Oldenburger Klaus und Monika Hanisch. Doch erst kürzlich befanden sie sich in einem Dilemma: Entweder ein Kontrollbesuch beim Zahnarzt oder finanzielle Nachteile.

Ein Dilemma

Klaus Hanisch ist 80 Jahre alt und Diabetiker, zählt also zu den Risikopatienten in der Corona-Pandemie. Seine Frau Monika Hanisch (75) muss ihn zu seinen Terminen begleiten, da auch seine Sehkraft nachlässt. Um gerade jetzt unnötige Kontakte zu vermeiden, überlegte Monika Hanisch, den Kontrolltermin ihres Mannes beim Zahnarzt auf das kommende Jahr zu verschieben. Doch die Praxis wies sie auf ein wichtiges Detail hin. „Den Stempel für sein Bonusheft hätten wir nicht bekommen, auch nicht nachträglich im nächsten Jahr“, sagt Monika Hanisch.

Die Zuschuss-Regelung des Bonushefts

60 Prozent Festzuschuss zum Zahnersatz zahlen die gesetzlichen Krankenversicherungen. Wer einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung den Zahnarzt aufsucht und sich den Besuch mit einem Stempel im Bonusheft bescheinigen lässt, kann noch mehr rausholen. Bei fünf Jahren in Folge erhöht sich der Zuschuss um zehn Prozent, bei zehn Jahren um 15 Prozent. Wer also zehn aufeinanderfolgende Stempel nachweisen kann, erhält bei einem Zahnersatz für 2000 Euro einen Zuschuss von 1500 Euro. Ohne Stempel lege dieser bei 1200 Euro.

„Mein Mann hat sein Bonusheft immer gepflegt“, sagt Monika Hanisch. Dass er nun vor die Wahl gestellt wurde, entweder in die Praxis zu gehen oder gegebenenfalls auf den erhöhten Zuschuss zu verzichten, ärgert die 75-Jährige. „Gerade jetzt muss doch eine Ausnahme möglich sein“, sagt Monika Hanisch.

Kassenunabhängige Regelung in Deutschland

Auf Nachfrage teilt uns die DAK mit, dass für Erwachsene auch in diesem Jahr die Regel gilt, dass der Bonusanspruch nur wie gewohnt durch eine Vorsorge-Untersuchung und entsprechenden Eintrag im Bonusheft gewahrt wird. Eine Ausnahme gebe es nur für Kinder und Jugendliche, die statt der üblichen zwei Untersuchungen für dieses Jahr nur eine nachweisen müssen. Wer einen Stempel möchte, komme nicht um einen Termin herum. Es handle sich dabei um eine kassenunabhängige Regelung, die alle gesetzlichen Krankenkassen betrifft. „Und die Richtlinien kommen vom Gesetzgeber, die machen nicht die Kassen selbst“, heißt es von Seiten der DAK

Kein Stempel: Zuschuss verringert sich

Patienten, die sich aufgrund der aktuellen Lage gegen einen Kontrollbesuch entscheiden, müssen also zwangsläufig auch auf den Stempel verzichten. Benötigen sie dann im kommenden Jahr einen Zahnersatz bleibt nur die 60-Prozent-Bezuschussung. Die Stempel müssen zudem von vorn gesammelt werden. Aus diesem Grund ist Klaus Hanisch letztendlich zu seiner Kontrolluntersuchung gegangen – wenn auch mit einem unguten Gefühl.

 

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