Kritik der Senioren-Union Niedersachsen

Senioren werden beim Thema Impfen zu wenig informiert

Grabstede/Friesland - Alte Menschen werden bei der Information rund um die Corona-Impfung weitgehend allein gelassen – das sagt Rainer Hajek, Vorsitzender der Senioren Union Niedersachsen. Der CDU-Politiker kommt aus Grabstede erklärt im Gespräch mit unserer Redaktion: „Am meisten stört die Ungewissheit. Wann bin ich dran? Wo muss ich hin? Wie läuft es ab? Das sind Probleme, die die Älteren bewegen.“

Denn gerade für Senioren sind die Hürden für eine Impfung groß. Zwar können alle, die in einem Pflegeheim leben, von den mobilen Impf-Teams gegen das Corona-Virus geimpft werden, wer aber zu Hause lebt, muss sich selbst um einen Termin im Impfzentrum bemühen.

Betroffene anschreiben

Wie das geht, wissen aber nicht alle. Und nicht alle sind in der Lage, sich zu informieren. Nicht jeder habe einen Computer, um sich im Internet schlau zu machen und auch nicht jeder bekomme eine Tageszeitung. Auch das Telefon tauge nur bedingt als Lösung. „Wenn man in der Warteschleife hängt, muss man schon viel Zeit aufbringen“, so Hajek. Die Gefahr sei groß, dass viele Anrufer nach einiger Zeit wieder aufgeben.

„Meiner Meinung nach wäre es wichtig, dass der Landkreis alle über 80-Jährigen anschreibt und zum Ausdruck bringt, dass sie bald dran sind, dass derzeit noch auf den Impfstoff gewartet wird und dass es weitere Informationen gibt, wenn es losgehen kann“, sagt Hajek. In anderen Bundesländern sei das auch geschehen.

Und selbst wenn es mit der Terminvergabe endlich losgeht, erwartet Hajek noch Probleme. „Die Termine dürften rasend schnell gefüllt werden“, sagt er. Der Ansturm auf die Impfungen wird voraussichtlich groß sein.

Wer fährt Senioren?

Aber auch mit einem Termin stehen einige Senioren vor einem Problem: Wie sollen sie zum Impfzentrum kommen? Nicht jeder kann einen Verwandten bitten, ihn zum Impfzentrum zu fahren, nicht jeder hat eine passende Busverbindung in der Nähe und nicht jeder kann sich ein Taxi leisten. „Das betrifft vor allem die Menschen, die zu Hause sind und wo auch kein Pflegedienst kommt. Da fehlt eine Meldestelle“, erklärt Hajek. Bei der Lösung des Fahrproblems zum Impfzentrum werde aber auch das Ehrenamt gefragt sein.

Wichtig sei aber vor allem, dass die älteren Menschen korrekt über das weitere Vorgehen aufgeklärt werden, denn inzwischen nutzen offenbar bereits Kriminelle die Ungewissheit bei vielen Senioren aus: Sie rufen Senioren zu Hause an und fragen nach allen möglichen Angaben – bis hin zu Bankverbindungen. Oder sie vereinbaren einen Termin, um einen Vorwand zu haben, in die Wohnung ihrer Opfer zu kommen. „Wir wissen, dass es im Bundesgebiet schon Anrufe von Betrügern gegeben hat“, so Hajek.

Monate bis zur Immunität

Hajek setzt Hoffnungen in den kürzlich zugelassenen Impfstoff von Moderna. „Der kann auch beim Hausarzt verimpft werden und ich glaube, dass die Impfzahlen dann entsprechend hochgehen werden.“ Dennoch werde die Durchimpfung der Bevölkerung noch einige Monate in Anspruch nehmen. In anderen Ländern ginge das zwar teils schneller, dort aber auch oft mit weniger strengen Auflagen als in Deutschland. „Wichtig ist, dass sich möglichst viele impfen lassen“, so Hajek.

 

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