Tipps aus dem Park der Gärten in Bad Zwischenahn

Was jetzt im Garten erledigt werden sollte

Ammerland/Rostrup - Die Tage sind kurz und oft feucht, Sonnenstunden knapp – kaum die verlockendste Zeit für Gartenarbeit. Trotzdem ist jetzt viel zu tun, damit mit menschliche und tierische Gartenbewohner weiter Freude am kleinen Stück Natur haben. Kaum jemand weiß das besser als das Team im Park der Gärten in Rostrup.

Obwohl es keine Besucher gibt, ist gerade jetzt viel zu tun. Björn Ehsen, Gärtnerischer Leiter des Parks, verrät, was gerade im Park passiert und was auch Gartenbesitzer zu Hause umsetzen können.

Wohin mit dem ganzen Laub?

Laub ist für viele Gartenbesitzer gerade das größte Problem, mancher ist fast täglich auf den Rasenflächen und in den Beeten unterwegs, um die trockenen Blätter zu beseitigen. Ganz ähnlich ist das auch im Park. In Mannschaftsstärke sind die Mitarbeiter damit beschäftigt, das Laub von den Grasflächen zu harken und abzutransportieren. So lange das Gras noch wächst und es trocken ist wird dabei auch noch gemäht. In den Beeten bleiben die Blätter dagegen vielfach liegen. „Vom klassischen besenreinen Garten hat man sich verabschiedet“, sagt Ehsen. Laub biete nicht nur Igeln, sondern auch vielen Kleintieren einen wertvollen Schutz. Was nicht liegen bleiben kann, kann – wenn genug Platz vorhanden ist, gut kompostiert werden. Angesichts der Mengen von Laub wird allerdings auch im Park der Gärten der größte Teil abgefahren.

Wann ist Zeit für den Rückschnitt?

Viele Gartenbesitzer setzen die Schere an, wenn Stauden Blüten und Blätter verloren haben. „Lieber bis zum Frühjahr stehen lassen“, empfiehlt Ehsen in vielen Fällen. Dabei spielt wieder ein ökologischer Aspekt eine Rolle. „ Viele Insekten brauchen hole Stängel zum Überwintern. Aber auch einen ästhetischen Grund gibt es: „Wer jetzt alles zurückschneidet nimmt sich den schönen Anblick von Gräsern oder Stauden mit Raureif“, sagt Ehsen. Pampasgras wird im Park der Gärten jetzt allerdings zusammengebunden. „So verhindert man, dass Wasser in das Herz der Pflanze kommt und Fäulnis verursacht“, erläutert der Gartenexperte. Für Gehölze und Bäume ist jetzt allerdings bekanntermaßen die richtige Zeit für den Rückschnitt.

Wie schützt man Pflanzen vor Frost?

Frostschutz ist angesichts der immer milderen Winter bei vielen Pflanzen einfacher geworden. „Das anhäufeln von Erde um die Rosen haben wir fast eingestellt“, sagt Ehsen. Pflanzen, die wie Rosen etwas Frost durchaus vertragen, können bei tieferen Temperaturen mit Jute oder Fließ verpackt werden. „Allerdings nicht in Plastik“, sagt der Experte. Andere Freilandpflanzen vertragen gar keinen Frost. Die Gunnera, zu deutsch Mammutblatt oder auch botanisch nicht ganz korrekt Riesenrhabarber, wird im Park mit viel Stroh abgedeckt, anschließend kommen die großen abgeschnittenen Blätter der Pflanze obendrauf. Die Schmucklilien, botanisch Agapanthus, sind bereits unter großen Laubhaufen verschwunden, abgeschnittene Äste von Nadelbäumen werden in den kommenden Tagen darauf gelegt, damit die Blätter nicht vom Winde verweht werden.

Frostempfindliche Pflanzen in Kübeln stehen jetzt dicht gedrängt im Glashaus der Park-Gastronomie. Zitrusfrüchte, Zierbananen und Oleander stehen hier dicht an dicht. Auch Dahlien hat das Parkteam ausgegraben und ins Warme gebracht. Beheizte Wohnräume sind hier allerdings keine gute Wahl. „Einige Pflanzen, die nicht so viel Licht brauchen, kann man in eine Garage stellen. Sonst empfiehlt es sich, die Pflanzen geschützt zu stellen und die empfindlichen Wurzeln in den Töpfen zu schützen, indem man Noppenfolie um den Topf wickelt“, sagt Ehsen. Und natürlich sei es sinnvoll bei der Auswahl von Kübelpflanzen die Überwinterung direkt mit zu bedenken.

Kann man jetzt noch neue Pflanzen in die Erde bringen?

Auch wenn es für Menschen draußen längt ungemütlich geworden ist: „Der Profi pflanzt jetzt“, sagt Ehsen. „Das ist die ideale Zeit, um zum Beispiel Rosen oder Obstgehölze zu pflanzen. Der Boden ist noch warm und die Pflanze muss jetzt keine Energie in den Austrieb stecken.“ Und so lange der Boden frostfrei sei, könnten auch noch Blumenzwiebeln gesetzt werden.

Allerdings: bei frisch gepflanzten Rosen empfehle es sich doch, zum Frostschutz Erde bis zur Veredlungsstelle anzuhäufen.

Was ist sonst noch zu erledigen?

Ein Garten besteht meist nicht nur aus Pflanzen. Auch Gartenmöbel müssen vor den Elementen geschützt werden. Im Park werden sie jetzt aus den mehr als 40 Mustergärten eingesammelt, gereinigt und unter dem Zeltdach vor der Bühne für den Winter abgedeckt eingelagert. Und auch um alles was mit Wasser zu tun hat, muss sich jetzt gekümmert werden. Wasserleitungen werden geleert, Filter und Pumpen aus Teichen geholt, gereinigt und für den Winter eingelagert.

 

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