Wildrose

Die wilden Verwandten der Rose

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts wuchs die Zahl der Rosenarten schwunghaft. Heutzutage gibt es Tausende von Rosen, und der Formen- und Farbenvielfalt sind kaum Grenzen gesetzt.

Bei den Neuzüchtungen kam es vor allen Dingen auf die Schönheit der Blüten an; auf der Strecke blieben oft Robustheit und Duft. So ist es heute keine Seltenheit, dass viele Rosenliebhaber über ständige Krankheiten ihrer Pflanzen klagen oder sie mit viel Aufwand an Pflegemitteln und Giften kultivieren. Kein Wunder also, dass in letzter Zeit wieder Wildrosen hoch im Trend stehen, die unempfindlich gegen Krankheiten und Kälte sind, wenig Pflegearbeit erfordern und deren Blüten zudem betörend duften.

Am unempfindlichsten und wuchswilligsten sind Wildrosen mit strauchigem Wuchs, die sich über Ausläufer verbreiten. Sie bilden blütenübersetzte Hecken, die sich für jeden naturnahen Garten anbieten. Am Gartenrand gepflanzt, bilden sie einen guten Windschutz und bieten der Tierwelt Unterschlupf und Nahrung. In den letzten Jahren entstanden auch viele Neuzüchtungen aus den Wildrosen, die Schönheit und Gesundheit aufweisen. Je nach Art werden die Pflanzen ein bis fünf Meter hoch und blühen weiß, gelb oder rot in meist einfachen, ungefüllten Blüten, die sich bei einigen Sorten bis zu den ersten Frösten zeigen.

Vom Sommer bis in den Herbst hinein sind die Blüten ständig von Fluginsekten umlagert, die hier Nahrung suchen. Aber nicht nur Erdhummeln und Honigbienen kann man an den Blüten antreffen; in naturnahen Gärten sind auch schnell Blattrosenkäfer, Grabwespen und Steinhummeln zur Stelle. Die Blätter der Wildrosen dienen als Raupenfutter eines Schmetterlinges, dem Kleinen Nachtpfauenauge, und die sich zahlreich bildenden Hagebuttenfrüchte sind Nahrung für Dompfaff, Grünfink, Kernbeißer und sogar den Igel. Bedenkt man zudem, dass die Wildrosen zusätzlich ein wertvolles Vogelschutzgehölz mit Brut- und Versteckmöglichkeiten darstellen, sind diese duftenden Blütenhecken eine Bereicherung für den naturnahen Garten.

 

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