Leukämiekranker Auf Stammzellenspende Angewiesen

Lebensretter aus dem Raum Cloppenburg dringend gesucht

Cloppenburg/Osnabrück - Martin Kruse war eigentlich nie krank, bis auf seine Diabetes war der gebürtige Cloppenburger immer gesund. Bis vor ein paar Monaten Brustschmerzen zu Schmerzen im ganzen Körper wurden. Und der 56-Jährige nicht mehr laufen konnte. Aus den ersten ärztlichen Diagnosen – eingeklemmter Nerv und Ischias-Probleme – wurde vor einigen Wochen die Diagnose Leukämie.

„Die Diagnose war ein Schock für mich. Mittlerweile bin ich aber wieder schmerzfrei, habe mich aus dem Rollstuhl gekämpft. Ich genieße die Zeit zuhause“, sagt Kruse, der nach seinem Abitur 1984 am Fachgymnasium Technik in Cloppenburg fürs Studium nach Osnabrück zog – und dort sesshaft wurde. Eine Stammzellenspende könnte ihm das Leben retten.

Ähnliche DNA

Dafür wird sein genetischer Zwilling gesucht. Und der könnte laut seinem Onkologen aus dem Raum Cloppenburg, Friesland oder Ostfriesland kommen. „Meine Familie stammt aus der Gegend, deswegen ist es wahrscheinlich, dass dort jemand mit einer ähnlichen DNA lebt“, sagt der 56-Jährige, dessen Krankheit aktuell durch eine Chemotherapie in Tablettenform in Schach gehalten wird. Seine Geschwister kommen als Spender nicht infrage, sie sind bereits über 60 Jahre alt und haben Vorerkrankung. Kinder sind ebenfalls nicht als Spender geeignet.

Weil die DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei), bei der sich in Deutschland Knochenmarkspender registrieren können, aufgrund der Coronakrise keine Registrierungsveranstaltungen organisieren kann, macht Familie Kruse selbst mobil. 300 Registrierungen seien schon bei der DKMS eingegangen. Einen Treffer scheint es noch nicht gegeben zu haben. „Aber es geht ja nicht nur um mich. Auch andere Menschen sind von Leukämie betroffen und könnten so geheilt werden“, hofft der 56-Jährige auf möglichst viel Unterstützung.

Dem Spender wird Blut abgenommen, um daraus Stammzellen zu gewinnen. Die würden dann Kruse eingesetzt. Sein Immunsystem müsste heruntergefahren werden, um eine Abstoßungsreaktion zu vermeiden. Fünf bis sechs Wochen Isolation würde das bedeuten. „Mit der aktuellen Behandlung liegt meine Überlebenschance bei 75 Prozent. Wenn der Krebs ausbricht, sinkt sie auf 20 Prozent. Da stellt sich für mich nicht die Frage, ob ich mich dem Prozedere stelle“, so Kruse.

Fit für die Behandlung

Wenn ein Spender gefunden würde, wäre der Familienvater geheilt. Aktuell versucht der Augenoptikermeister wieder etwas fitter zu werden, um sich auf die anstrengende Behandlung vorzubereiten. „Es hat zwei Tage nach der Diagnose gedauert, bis ich nach vorne geschaut habe. Warum soll ich mir jetzt Gedanken über ungelegte Eier machen? Ich sehe der Sache positiv entgegen.“

Helfen ist denkbar einfach: Es reicht erstmal, ein Wattestäbchen an die DKMS zu senden.

 

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