Telemedizin Am Klinikum Oldenburg

Medizin-Check per Video und Telefon

Oldenburg/Landkreis Oldenburg - Der Landkreis Oldenburg ist groß, der Weg zum Hausarzt also mitunter lang. Was also tun, wenn plötzlich der Kreislauf wegsackt oder das Fieberthermometer auf über 40 Grad klettert? Rufen Patienten nun die Nummer des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes an (116 117), bekommen sie eventuell Besuch von einem Notfallsanitäter, ausgestattet mit einem Gerät für telemedizinische Untersuchungen und einem Tablet.

Seit wann gibt es die Telemedizin am Klinikum?

Schon seit 2015 setzt sich das Klinikum Kreyenbrück mit dem Themenkomplex Telemedizin auseinander. „Damals ging es darum, Personen zu versorgen, die in der Offshore-Technik und auf Bohrinseln arbeiten“, denkt Dr. Daniel Overheu, Ärztlicher Leiter für Telemedizin im Klinikum, zurück.

Aus welchem Grund ist das Modell so wichtig?

„Es gibt immer weniger niedergelassene Ärzte“, beginnt Daniel Overheu zu berichten. Und für die Ärzte selbst bedeutete dies früher, dass sie immer häufiger Notdienste besetzen mussten. „Wer nachts zweimal rausgeklingelt wird und dann morgens um 8 in der Praxis stehen muss, kommt auf lange Sicht an seine Belastungsgrenze“, weiß Overheu aus Gesprächen.

Wie funktioniert der Ablauf der Alarmierung?

Entscheidet der Notfallsanitäter vor Ort, dass die Einschätzung eines Arztes erforderlich ist, kontaktiert er Dr. Overheu unter einer geheimen Dienstnummer. „Brauche ich weitere Daten, kann ein multifunktionaler Monitor angeschlossen werden. Der übermittelt mir in Echtzeit Vitaldaten wie Puls, Blutdruck oder Sauerstoffversorgung.“ Durch die Videokonferenz habe der Arzt den Patienten direkt vor sich. „Ich kann alles besprechen, nur halt nicht selbst anfassen.“

Technische Probleme seien bislang kein großes Thema gewesen, weil das System je nach Netzbreite skaliert werde. „Oberste Priorität hat immer der Audio-Kanal. Es kann also durchaus mal sein, dass das Bild pixelig wird, aber richtig abgebrochen ist die Verbindung noch nicht“, beschreibt Overheu.

Welchen Einfluss hat Corona?

Generell, das hat nicht nur Daniel Overheu, sondern auch der Leiter der Anästhesiologie, Dr. Heiner Klingler, festgestellt, sind die Menschen in Zeiten von Corona verunsichert. „Wir merken mehr Andrang“, sagt er. „Doch auf der anderen Seite gehen die Zahlen in den ambulanten Notfallzentren deutlich zurück“, kann Overheu berichten. Personen mit milderen Krankheitsverläufen kämen fast gar nicht mehr. „Auf der Allgemeinchirurgie gibt es aber einen Zuwachs. Menschen mit starken Schmerzen warten länger und müssen dann notfallmäßig behandelt werden – zum Beispiel bei einer Blinddarmentzündung.“

Wo gibt es noch Verbesserungspotenzial?

Gerade in Zeiten von Corona, da sind sich die Beteiligten einig, sind Videosprechstunden ein gutes Mittel, um Verunsicherung zu nehmen. Doch klar ist auch: „Die Abrechnungsmodalitäten müssen vereinheitlicht und verbessert werden“, finden Overheu und Klingler. Zudem sei Telemedizin nach wie vor ein „Generationenproblem“. „In Großstädten ist die Bevölkerung jünger und Digitales selbstverständlich. Doch je mehr man aufs Land fährt, umso mehr nimmt auch das Vertrauen in die Technik ab“, so Overheu. Genauso habe er aber auch die Erfahrung gemacht, dass Kritiker nach den ersten Berührungspunkten sehr glücklich über die Möglichkeiten waren. „Die digitale Handlungsunsicherheit muss zuerst überbrückt werden. Dann sind die Menschen auch maximal angetan.“ Er ist sich sicher, dass sich das in den kommenden Jahren dahingehend entwickeln wird.

 

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