Lesertelefon

„Allen psychoonkologische Beratung anbieten“

Weil die Erkrankung so selten ist, gestaltet sich der Zugang zu Informationen und der Erfahrungsaustausch mit anderen für die Betroffenen und ihre Familien schwierig. Dies zu ändern, ist das Ziel der Initiative „Gemeinsam gegen Glioblastom“. Die Initiatoren der Patientenbewegung yeswecan!cer und des Deutschen Innovationsbündnis Krebs & Gehirn organisierten zu diesem Zweck am 17. Juli den ersten deutschen Glioblastom-Tag. Aus diesem Anlass standen Experten am Telefon den interessierten Leserinnen und Lesern der NWZ Rede und Antwort zu allen Fragen rund um die Diagnose und Behandlung des Glioblastoms. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Nachlesen:

Was sind Symptome, hinter denen ein Glioblastom stecken kann?

Prof. Dr. med. Niklas Thon: Neben unspezifischen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Wesensveränderungen, Merk- und Konzentrationsstörungen können spezifische Symptome wie Bewegungs-, Sprach- und Sehstörungen auftreten. Nicht selten führt ein erstmaliger Krampfanfall zur Diagnose eines Glioblastoms. Starke Kopfschmerzen, Verschwommensehen, Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Bewusstseinsstörungen können auf einen erhöhten Druck im Gehirn hinweisen und bedürfen dringend der Abklärung und Behandlung. Grundsätzlich gilt, dass die beschriebenen Symptome möglichst zeitnah abgeklärt werden müssen, da es sich bei einem Glioblastom um einen sehr schnell wachsenden Tumor handelt.

Wir wird die Diagnose gestellt?

Prof. Dr. med. Niklas Thon: Entscheidend ist die Durchführung einer Bildgebung – in der Regel eine Magnetresonanztomographie (MRT), in Ausnahmefällen eine Computertomographie (CT). Das MRT gibt wertvolle Informationen über Größe, Lokalisation und Wachstumsverhalten eines bösartigen Hirntumors und ermöglicht die anatomische Zuordnung zu funktionsrelevanten Hirnarealen und Bahnsystemen. In der Regel werden die Patienten mit klinischem und bildgebenden Verdacht auf ein Glioblastom in ein neuroonkologisches Zentrum überwiesen. Letztlich basiert die Diagnose auf einer feingeweblichen und molekular-genetischen Untersuchung des Tumorgewebes selbst. Dazu genügen bereits kleinste Gewebeproben.

Wie ist der zeitliche Ablauf der Behandlung nach der Diagnosestellung?

Johannes Hoffmann: Der erste Schritt ist immer die Operation, bei der der Tumor so weit wie möglich entfernt wird, ohne dass es zu neurologischen Einschränkungen kommt. Die Operation dient sowohl der Sicherung und Präzisierung der Diagnose, da das Tumorgewebe histologisch und molekular untersucht wird, als auch als therapeutischer Schritt. Auch bei einem Rezidiv wird erneut die Möglichkeit einer Operation geprüft. Abhängig von der Diagnose und dem Allgemeinzustand des Patienten folgt im Anschluss eine kombinierte Chemo- und Bestrahlungstherapie oder eine alleinige Chemo- oder alleinige Bestrahlungstherapie. Nach einer kombinierten Radiochemotherapie kann in der dritten Phase TTFields – kurz für Tumor Treating Fields – zum Einsatz kommen, das durch elektrische Wechselfelder das Wachstum der Tumorzellen blockieren kann.

Welche Nebenwirkungen sind bei der Chemotherapie unter Umständen zu erwarten?

Johannes Hoffmann: Es kann vor allem zu meist milder Übelkeit, selten auch zu Erbrechen kommen sowie zu einer Blutbildungsstörung und Veränderung der Leberwerte. Deshalb sind wöchentliche Blutuntersuchungen während der Chemotherapie empfohlen. Bei einigen Medikamenten sollten bestimmte Nahrungsmittel gemieden werden. Insgesamt wird die Chemotherapie sehr gut vertragen. Mit dem häufig gefürchteten Haarausfall ist übrigens nur im Bereich der Bestrahlung zu rechnen. Nach Abschluss der Strahlentherapie erfolgt der Einsatz von TTFields. In der Regel erfolgt gleichzeitig eine Fortführung der medikamentösen Therapie, die häufig als „Erhaltungs“-Chemotherapie bezeichnet wird.

Wo finde ich Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung?

Johannes Hoffmann: Unterstützung finden Sie in erster Linie bei Ihrem behandelnden Onkologen oder Ihrer Onkologin, die im Rahmen von interdisziplinären Tumorkonferenzen die Gesamtbehandlung koordinierend festlegen und Sie begleiten. Hilfe erhalten Sie auch über Sozialdienste und psychoonkologische Dienste, die meist in den Krankenhäusern angesiedelt sind. Allen Patientinnen und Patienten sollte eine qualifizierte psychoonkologische Beratung angeboten werden. Weiterführende Unterstützung kann zum Beispiel im Rahmen von Rehabilitations-Maßnahmen stattfinden.

Welchen Beitrag leisten TTFields bei der Behandlung eines Glioblastoms?

Prof. Dr. med. Niklas Thon: Sie stellen eine lokale Therapieoption dar, die mit der Standardtherapie kombiniert werden kann. Ziel ist es, sich teilende Tumorzellen durch lokale Wechselstromfelder abzutöten. Das umgebende gesunde Hirngewebe bleibt hiervon verschont, so dass nur wenig Nebenwirkungen, wie zum Beispiel eine Irritationen der Kopfhaut, auftreten.

 

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