Park Der Gärten

Japan im Ammerland entdecken

Rostrup - Er ist einer der letzten Mustergärten, die seit der Zeit der Landesgartenschau 2002 in Bad Zwischenahn nahezu unverändert bestanden haben: Der japanische Garten im Park der Gärten. Hans Jürgen Höpken war sein Vater – er war der erste, der einen eigenen Mustergarten gestaltete, so wie er auch der erste Baumschulist im Ammerland war, der sich an die bei ihm „Big Bonsai“ genannten Formgehölze gewagt hatte, die heute an vielen Stellen im Ammerland zu sehen sind. „Damals haben alle gesagt, ich wäre bekloppt“, erinnert er sich.

Seine Baumschule hat der 78-Jährige vor ungefähr einem Jahr nach mehr als 60 Jahren im Berufsleben aufgegeben, den Pflanzenbestand hat Bruns-Pflanzen übernommen.

Jetzt war es auch Zeit, dem japanischen Garten eine Überarbeitung und ihm in der Verantwortungs des Parks der Gärten eine neue Funktion zu geben. Olof Schlittenhardt, Gartengestalter aus Bremen, hat das übernommen – in enger Abstimmung mit Höpken, der auch zur Vorstellung des neuen Gartens in den Park gekommen war. „Das ist richtig gut geworden“, gab Höpken seinen Segen.

Nicht nur schauen

Die größte Neuerung: Der Garten, den die Park-Besucher bisher nur betrachten aber nicht betreten durften, ist jetzt ein Wandelgarten. Über einen neu geöffneten Weg kann er erkundet und für eine Pause genutzt werden.

Dafür haben Tobias und Gerold Meints von Reetarbeiten Meints einen 20-Quadratmeter großen Pavillon mit Reetdach gebaut. Aber Reet und Japan? „Das passt sehr gut“, sagt Gerold Meints. Tatsächlich seien Reetdächer in Japan durchaus verbreitet. 2019 fand dort sogar ein internationales Reetdachtreffen statt, bei dem sich Meints Anregungen direkt vor Ort holen konnte. Der Pavillon im Park der Gärten sei ziemlich nah dran an den Japanischen Vorbildern, befand Sohn Tobias Meints. Die Finanzierung des Pavillons machte der Verein zur Förderung der Gartenkultur möglich. „Da mussten wir auch nicht lange überlegen“, sagte der Vorsitzende Klaus Stolle. Die neuen Pflanzen lieferte Jan-Dieter Bruns um die Tradition der Baumschule Höpken aufrecht zu erhalten.

Weitere Veränderungen

Die Veränderungen sind noch nicht ganz abgeschlossen. Nach der Saison soll der geschwungene Weg, der jetzt in den Garten führt, über den trockenen, mit Kies bedeckten Bachlauf verlängert werden, damit die Besucher auch über einen neuen Zugang vom Hauptweg aus in den Garten schlendern können.

Alter und Ruhe

Vieles ist aber auch geblieben im Japanischen Garten: Vor allem die vielen Kiefern, die Höpken vor 60 Jahren als Lehrling herangezogen und später in Form geschnitten und gebogen hat. „Ein japanischer Garten muss Ruhe und vor allem Alter ausstrahlen“, sagte Höpken – so wie ein Stück Mooreiche, das ebenfalls noch von Höpken aufgestellt wurde und nicht unbedingt in einem japanischen Garten zu finden wäre. „Aber dieses Stück ist ungefähr 3000 Jahre alt, und deshalb passt es sehr gut“, sagt Höpken.

 

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