Lesertelefon

Den Migräneattacken gezielt vorbeugen

Wer häufiger oder gar chronisch unter Migräne leidet, kennt die Angst vor der nächsten Attacke. Worauf es bei der Prävention und der Therapie ankommt und welche Unterstützungsangebote Betroffene nutzen können, dazu informierten erfahrene Migränespezialisten sowie Vertreter der Migräneliga Deutschland und der Deutschen Schmerzliga am Lesertelefon. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Worauf soll ich achten, um eine Migräneattacke zu erkennen?

Dr. Astrid Gendolla: Ideal ist es, sich selbst genau zu beobachten. Manchmal kündigen sich Attacken bereits als Vorboten an: Das können Müdigkeit, Heißhunger oder Stimmungsschwankungen sein, die bis zu 24 Stunden vor dem eigentlichen Kopfschmerz auftreten. Solche so genannten Prodromalsymptome sind Teil des Anfalls. Wenn man diese erkennt, kann man die auftretenden Kopfschmerzen auch direkt behandeln.

Worauf kommt es bei der Medikation im Akutfall an?

Dr. Klas Mildenstein: In einem solchen Fall sollte ein wirksames Akutmedikament eingenommen werden. In der Regel handelt es sich um ein Triptan. Aber auch ASS oder Ibuprofen kommen in Frage. Wichtig: Je früher das Medikament in der Attacke eingenommen wird, desto besser kann es wirken.

Ab welcher Häufigkeit und Dosierung werden Schmerzmittel gefährlich?

Dr. Timo Klan: Eine wichtige Faustregel zur Dosierung lautet: Nicht mehr als an zehn Tagen im Monat und nicht mehr als drei Tage hintereinander sollte ein solches Medikament eingenommen werden. Bei länger andauernder Überdosierung besteht die Gefahr, dass zusätzlich ein Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch entsteht.

Welche vorbeugende Therapie ist die richtige für mich?

Priv.-Doz. Stefanie Förderreuther: Vorbeugen ist deshalb so wichtig, weil jede verhinderte Attacke nicht nur Ihre persönliche Lebensqualität erheblich verbessert, sondern auch den Bedarf an Schmerzmitteln verringert. Entscheidend ist natürlich auch, dass Sie mit Ihrem Arzt das richtige Medikament finden, das die Häufigkeit von Attacken reduziert und gut vertragen wird.

Für wen kommt eine Antikörpertherapie in Betracht?

Priv.-Doz. Dr. Torsten Kraya: Die vorbeugende Therapie mit CGRP-Antikörpern bei Patienten mit Migräne ist sehr wirksam und gut verträglich, kommt jedoch nicht immer in Frage. Sie sollte den Patienten vorbehalten sein, bei denen die etablierten Therapien nicht wirksam sind. Grundsätzlich sollten ivon Beginn an die Edukation, die nichtmedikamentösen Verfahren und klassische medikamentöse prophylaktische Therapien kombiniert werden.

Wie sieht es mit der „Migränespritze“ aus?

Dr. Philipp Stude: Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Medikamenten, die zur Vorbeugung eingesetzt werden. Diese Medikamente sind die ersten, die nur für die Behandlung der Migräne entwickelt worden sind. Sie werden einmal monatlich in die Bauchdecke gespritzt, sind sehr gut verträglich und wirken auch dann, wenn andere Medikamente zuvor nicht wirksam gewesen sind.

Welche nicht-medikamentösen Maßnahmen können die Beschwerden bessern?

Dr. Katja Heinze-Kuhn: Jeder Migränepatient kann selbst zusätzlich durch nichtmedikamentöse Ansätze tätig werden. Zum Beispiel lässt sich mit einer Strukturierung des Tagesablaufes, gesunden Mahlzeiten und moderatem Ausdauersport der Migräne multimodal vorbeugen.

Warum leide ich im Homeoffice vermehrt unter Migräneanfällen?

Prof. Dr. Karl-Heinz Grotemeyer: Wenn Kopfschmerzen im Zuge des Homeoffice gehäuft auftreten, gilt es die Alarmsignale des Körpers richtig zu deuten. Oft sind es nur Kleinigkeiten, wie ein nicht ergonomischer Arbeitsplatz mit Laptop, die über vermehrten Spannungskopfschmerz eine Migräne scheinbar verschlimmern. Bei sehr starken Beschwerden sollten Sie das Gespräch mit einem Spezialisten suchen.

 

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