Vogelschutz

Elstern haben keinen guten Ruf

Mit am schlechtesten schneidet in der Wertschätzung der Vogelwelt die „diebische“ Elster ab wegen ihrer Vorliebe, bunte und glitzernde Gegenstände ins Nest zu holen.

Ebenfalls die Jäger sind nicht gut auf diesen Vogel zu sprechen und schimpfen die Elster „Geißel des Niederwildes“ wegen ihres Erbeutens von Fasaneneiern oder Junghasen. Aber auch in Städten und Dörfern erfreut sich die Elster nur weniger Beliebtheit.

So ist es kein Wunder, dass Elsternnester in Hausgärten zerstört werden. In einigen Bundesländern ist die Jagd auf Elstern eingeschränkt, in anderen wieder gelockert worden, was jährlich wieder, besonders im Frühjahr, heftige Diskussionen über das Für und Wider auslöst.

Bevor man zu diesem Problem eine endgültige Meinung einnimmt, lohnt es sich, die ökologischen Gesichtspunkte zu werten und sich einmal näher mit der Lebensweise der Elstern zu beschäftigen. Es soll natürlich nicht abgestritten werden, dass Elstern Nester und gerade die der Singvögel plündern und Eier und Jungvögel fressen. So bedauerlich dies auch für die betroffenen Tiere und vom emotionalen Standpunkt für den Menschen als Beobachter ist, ob wirklich ein Schaden dadurch entsteht, ist aus ökologischer Sicht fraglich. Denn unter dieser Sichtweise ist nicht das einzelne Individuum wichtig, sondern das Vorkommen der Arten, und von diesen ist nach Beurteilung von Fachleuten keine durch Elstern gefährdet, sondern eher durch einen Rückgang von Nahrung und Lebensraum.

Die Wut auf die Elstern ist wohl auch deswegen so groß, weil ihre Beutezüge so gut sichtbar sind. Wer würde etwa die Verfolgung des Igels fordern, der bei seinen nächtlichen Streifzügen ebenfalls gerne Eier und Jungtiere der Bodenbrüter verspeist? Zu bedenken ist auch, dass viele Vogelarten meisterlich ihre Nester tarnen und verstecken und sie so den Augen ihrer Nestfeinde Eichelhäher, Elster und Rabenkrähe entziehen.

Von der Nahrung her zählen Elstern zu den Allesfressern. Ihre Ernährungsweise ist abhängig von der Häufigkeit und der Erreichbarkeit der Nahrung und reicht von Ratten, Mäusen, Schadinsekten, Aas und Abfall über junges Flugwild und Nestlingen bis zu Eidechsen und Fröschen. Die Rolle als Nestplünderer bei Singvögeln wird dabei häufig überschätzt.

Elstern kommen als häufige Brutvögel in ganz Europa, Nordamerika und weiten Teilen Asiens vor, nicht zuletzt wegen des Fehlens ihres natürlichen Feindes, des Habichts.

Auffälliger sind Elstern auch deshalb geworden, weil ihr Vorkommen sich von Waldrand und Büschen weg hin zu Städten und Dörfern gewandelt hat, wo mit weniger Feinden als in Wald und Flur zu rechnen ist.

Aus dem Blickwinkel der ökologischen Bedeutung sprechen sogar einige Argumente für die Elstern. Sie sind dazu prädestiniert, eine vielseitige Selektionswirkung auf zahlreiche Tierarten auszuüben und somit zum Gleichgewicht der Arten in der Lebensgemeinschaft beizutragen. Zu bedenken ist auch, dass die geschützten Vogelarten, wie Waldohreule, Baumfalke und Turmfalke, selbst keine Nester erstellen, sondern in ehemaligen Nestern von Elstern und Rabenkrähen brüten.

Nach Abwägen aller Argumente gelingt es vielleicht, auch den Elstern ein gewisses Wohlwollen zukommen zu lassen und sie aus der moralischen Ecke des Bösewichtes herauszuholen; verdient hätten sie es.

 

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