KIDS-Programm

Mehr Lebensqualität für Kinder

Vechta - Die Zahl stark übergewichtiger Kinder nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Als Gründe nennt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin neben einem steigenden Lebensmittelangebot die allerorts präsente Werbung für „Dickmacher“ wie Fast Food-Produkte, Süßigkeiten und Softdrinks. In Zeiten von Corona kommt im wahrsten Sinne des Wortes erschwerend hinzu, dass viele Kinder und Jugendliche vermehrt vor dem Fernseher und Computer sitzen, statt sich beim Sport und Spielen im Freien zu bewegen. Jüngste Zahlen des Robert Koch-Instituts von 2018 zeigen, dass bereits vor der Pandemie bundesweit mehr als 15 Prozent der Jungen und Mädchen zwischen drei und 17 Jahren zu schwer und sechs Prozent adipös – also krankhaft übergewichtig – waren.

Wer schon in jungen Jahren mit starkem Übergewicht lebt, ist oft nicht nur langsamer auf den Beinen und schneller aus der Puste als normalgewichtige Altersgenossen. Abgesehen von einer verminderten Lebensqualität müssen Betroffene auch mit einem erhöhten Risiko für gesundheitliche Folgeprobleme rechnen.

Dazu kann neben Erkrankungen des Herz-/Kreislaufsystems der Leber und des Bewegungsapparats vor allem der durch einen ungesunden Lebensstil erworbene Typ 2-Diabetes zählen. Zwar kommt der angeborene Diabetes Typ 1 nach wie vor häufiger bei Kindern und Jugendlichen vor. Dessen ungeachtet nehmen Typ 2-Diagnosen in dieser Altersstufe immer weiter zu, berichtet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG).

Oft ärztliche Hilfe nötig

Zur Bewertung des Gesundheitsrisikos empfehlen Fachgesellschaften, dass ein Adipositas-Verdacht und die möglichen Ursachen von einem Kinder- und Jugendarzt abgeklärt werden sollte. In vielen Fällen reichen unterstützende Maßnahmen zu Hause nicht aus. Adipöse Kinder und Jugendliche sind oft auf ärztliche und therapeutische Hilfen angewiesen, um ihr Essverhalten und Körpergewicht unter Kontrolle zu bekommen.

Zur ärztlichen Behandlung gehört zunächst eine altersgerechte Diagnostik, die alle Facetten der Adipositas-Erkrankung im Blick hat. Wichtig ist neben der klinischen Untersuchung und der Frage nach psychischen und psychosozialen Problemen auch ein Blick auf die Lebensumstände – inklusive der im sozialen Umfeld praktizierten Verhaltensmuster. Auf Basis der so gesicherten Indikation kann der Kinder- oder Hausarzt einen Behandlungsplan erstellen, der genau auf die individuelle Problematik und und die heimischen Gegebenheiten zugeschnitten ist.

Altersgerechte Strategie

Bei der Wahl des Abnehm- und wenn nötig Therapieprogramms müsse beachtet werden, dass „Kinder keine kleinen Erwachsenen sind“, betont die DDG. Junge Menschen benötigen Strategien, die zu ihrem Alter passen. „Das interdisziplinäre KIDS-Schulungsprogramm bietet hier einen guten Handlungsrahmen, weil es sich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen orientiert“, erklärt die Fachärztin für Innere Medizin und Leiterin einer diabetologischen Schwerpunktpraxis, Dr. Silke Otto-Hagemann aus Vechta.

Das Reha-Programm soll den Kids unter ärztlicher Leitung helfen, Schritt für Schritt überzählige Pfunde zu verlieren und mehr Lebensqualität zu gewinnen. Mitmachen können Kinder und Jugendliche zwischen sechs und zwölf sowie von 13 bis 17 Jahren. An der Durchführung sind unter anderen Ernährungsberater, Physiotherapeuten und Diabetesassistenten beteiligt..

 

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