Schrebergarten in Jever

Bundeswehrzelt wird Beerenhaus

Jever - Die Mitglieder der katholischen Gemeinde mieten seit zwei Jahren zwei zusammengefügte Parzellen in der Siabbenmoor-Kleingartenanlage in der Heinrich-Schütte-Straße. Allen voran Kirchenausschussmitglieder Elfriede Wichmann und Sabine Determann – sie sind mehrmals die Woche in ihrem „Franziskusgarten“, säen, pflanzen und bauen auf.

Auch über den Winter war für die beiden Frauen eigentlich immer was zu tun: „Wir haben die Buchhecke geschnitten, eine Benjeshecke angelegt und unter anderem Kamille gesäet und Tomatenpflanzen gesetzt. Einmal die Woche für zwei bis drei Stunden waren wir mindestens da“, sagt Sabine Determann. Sie und Elfriede Wichmann entspannen sich hier bei der Gartenarbeit. Aber nicht nur das: „Es ist ein tolles Grundstück mit Blick in die Natur. Man hört hier die Vögel zwitschern, das ist so beruhigend“, schwärmt Determann.

15 Jahre verwildert

Das war nicht immer so, denn als die katholische Gemeinde die beiden Parzellen mieteten, waren die rund 900 Quadratmeter vollgewuchert und seit 15 Jahren nicht bewirtschaftet worden. Mithilfe von Schülern der Berufsbildenden Schulen – Wichmann ist ehemalige Abteilungsleiterin für Wirtschaft und Verwaltung an der BBS Jever – wurde der Garten umgepflügt, es entstanden ein großes Kräuterbeet und Gemüsebeete, Wildblumen locken Insekten an und im Gewächshaus wuchsen Tomaten, Zucchini und andere Früchte. Zum Erntedank fanden sich die ersten Erträge wie Kohl, Kürbis und Porree vor dem Altar wieder.

Nun soll neben einem Blühstreifen hinter dem Zaun und die Vergrößerung der Beete in den kommenden Tagen etwas Neues auf dem großen Beet gegenüber des Gewächshauses entstehen: ein Beerenhaus für Stachelbeeren, sibirische Blaubeeren, Schattenmorellen und mehr. Dafür haben Sabine Determann und Elfriede Wichmann über Ebay-Kleinanzeigen ein Bundeswehrzelt aus zweiter Hand ergattern können. „Eine Kollegin gab mir den Tipp, dass man ein Bundeswehrzelt zu einem Beerenhaus umfunktionieren könnte“, sagt Wichmann und Determann ergänzt: „Wir benötigen noch Querstangen, es steht noch nicht. Aber dann ummanteln wir das Zelt mit Volierendraht, damit Vögel und andere Tiere nicht an die schmackhaften Früchte gelangen können.“ Apropos Tiere und Schmackhaftes: Rehe oder vielleicht Elster kamen schon in den Genuss der frisch geblühten Krokusse. Donnerstag hatte Elfriede Wichmann noch ein Foto der Frühblüher geschossen, am Montag waren sie allesamt weggefuttert. „So ist die Natur. Damit muss man leben.“

Garten in Frauenhand

Die Kontaktbeschränkungen werden aber selbstverständlich auch im Franziskusgarten eingehalten; bis sie wieder gelockert werden, gärtnern Wichmann und Determann erstmal zu zweit, Helferinnen sind aber da.

Ob Veranstaltungen stattfinden können, ist ebenfalls unsicher: Geplant ist eine Vorabendmesse zu Fronleichnam, die im Franziskusgarten stattfinden soll. Es soll eine Kräuterreihe geben, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands plant für August eine Bezirksveranstaltung. Und natürlich soll Jugendlichen die Natur im Franziskusgarten näher gebracht werden. „Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Natur ist da“, freut sich Elfriede Wichmann, „der Garten ist aber immer offen für unsere Mitglieder.“

 

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