Sorge um die jüngsten Schüler

Mutter fordert Spuck- statt Nasen-Tests für Erstklässler

Ammerland/Wiefelstede - Das lange Wattestäbchen, das sich langsam tief in die Nase bohrt – schon der Anblick ist unangenehm, das Erlebnis an sich sowieso. Wenn man eine kleine Stupsnase hat, gerade mal sechs oder sieben Jahre alt ist und das Prozedere mitmachen muss – wie wäre Ihnen da zumute?

Den Grundschülern im Ammerland bleibt ein solcher Nasen-Abstrich ab 12. April nicht mehr erspart. Wie alle anderen Schüler im Landkreis müssen auch sie sich in ihrer jeweiligen Unterrichtswoche testen oder von den Eltern testen lassen. So wurde es vom Ministerium beschlossen. Die notwendigen Test-Kits werden über die Schulen verteilt – und jagen Tanja Schüdzig Schauer über den Rücken.

Anleitung

Die Mutter einer Erstklässlerin, die in Wiefelstede zur Grundschule geht, denkt mit Schrecken an das, was ihrer kleinen Emilia nun bevorsteht. Die Anleitung für die Tests, die dieser Tage samt Elternbrief aus dem Ministerium kam, schildert es ausführlich: „Führen Sie den Tupfer vorsichtig in ein Nasenloch ein. Die Tupferspitze sollte bis zu 2,5 cm tief vom Rand des Nasenlochs eingeführt werden“, steht dort geschrieben.

„Wissen Sie, wie klein die Nase einer Erstklässlerin ist? Das ist doch furchtbar“, sagt Tanja Schüdzig. Sie ist wütend, dass die Siebenjährige einem solchen Prozedere ausgeliefert sein soll. Ihre Wut richtet sich aber nicht gegen die Schule, denn die kann nichts dafür. Und auch die Corona-Vorsorge an sich stellt sie nicht in Frage. Ihre Wut richtet sich vielmehr gegen das Kultusministerium, das diese Nasen-Tests an Grundschulen ausliefert statt Alternativen wie Spuck-Tests.

„Mit Spuck-Tests kämen wir doch alle klar“, sagt sie. Auch damit müsste man vor der Schule mehr Zeit einplanen, aber spucken sei für die Kinder leicht umzusetzen. Niemand müsste Angst haben, das Testen würde sofort seinen Schrecken verlieren.

Keine Präsenzpflicht

Aufgeben will Tanja Schüdzig vorab aber noch nicht. Am Montag darf sie das Test-Kit in der Grundschule abholen. Dann wird sie sich hinsetzen und mit ihrer kleinen Tochter über die Notwendigkeit sprechen und es Dienstagmorgen ausprobieren. Sollte es funktionieren, darf die Kleine bei negativem Ergebnis in die Schule zu ihren Freunden. Sollte Emilia keinen Test wollen, wird ihre Mutter sie nicht zwingen – und künftig daheim im Distanzunterricht lassen. Dass die Erstklässlerin dann einfach daheim bleibt, ist gestattet. Mit Einführung der Testpflicht aller Schüler in Niedersachsen wurde vom Ministerium die Präsenzpflicht aufgehoben.

Ministerium erklärt

Doch warum stellt das Land keine anderen Tests zur Verfügung? Auf Nachfrage erklärte die Pressestelle des Kultusministeriums: „Zum Zeitpunkt der Erstbestellung – aus denen wir immer noch ausliefern – sind nur Nasenabstrichtests zertifiziert gewesen und das war notwendiges Kriterium zur Abgabe eines Angebotes.“ Mittlerweile würde es auch andere zertifizierte Tests geben. „Ausgeschrieben und bezuschlagt wurden Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung, die über eine entsprechende Zulassung verfügen.“ Auf die Nachfrage, ob die Grundschulen damit rechnen können, bald mit einfacheren Tests ausgestattet zu werden, gab es keine Antwort.

 

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