Oldenburger Virologe zu Corona-Impfungen

„Hausärzte sind Profis und bekommen das hin“

Frage: Herr Prof. Hamprecht, seit dieser Woche gibt es die Corona-Impfung auch bei Hausärzten – was halten Sie davon?

Axel Hamprecht: Ich finde das gut. Die Hausärzte führen sonst auch den Großteil der Impfungen durch und haben entsprechend viel Erfahrung – natürlich können sie auch die Corona-Impfungen machen. Außerdem kennen sie ihre Patienten sehr viel besser als zum Beispiel ein Arzt in einem Impfzentrum, insofern ist das eine absolut richtige und notwendige Entscheidung.

Frage: Anfangs stehen nur wenige Impfdosen pro Praxis bereit – geht es nun wirklich schneller oder wird es eher noch unübersichtlicher?

Hamprecht: Das ist aktuell schwer zu beurteilen. Tatsächlich gibt es im Moment eine Reihe nicht verimpfter Dosen. Die Hoffnung ist, dass es durch die Hausärzte schneller geht. Richtig gut beurteilen kann man das noch nicht. Trotzdem würde ich denken, dass wir mithilfe der Hausärzte mehr in die Breite gehen können und vor allem besser an Orte kommen, wo kein Impfzentrum in der Nähe ist. Vor allem werden wir demnächst hoffentlich mehr Impfstoff geliefert bekommen. Unser Ziel sollte sein, möglichst viele Leute in möglichst kurzer Zeit zu impfen. Also sollten wir erst einmal anfangen und schauen, wie es läuft. Trotzdem sind 26 Dosen, die zunächst rechnerisch einer Praxis pro Woche zur Verfügung stehen, natürlich zu wenig. Jeder Hausarzt wird sehr viel mehr Risikopatienten in seiner Sprechstunde haben, die man schnell impfen sollte.

Frage: Die Ärzte dürfen die Termine nach Priorisierungsgruppen selbst organisieren. Wie verlässlich ist diese Strategie?

Hamprecht: Ich bin mir sicher, dass die Hausärzte das gut hinbekommen. Es gibt einige Stimmen die befürchten, dass die Priorisierung über diesen Weg möglicherweise aufgeweicht wird. Ich glaube aber nicht, dass das eine große Rolle spielen wird. Alle Hausärzte sind Profis und werden das entsprechend der definierten Kriterien gut hinbekommen. Letztlich muss man auch sagen, dass jede Dosis in einem Arm gut ist. Ich denke, wir müssen hier ohnehin pragmatischer werden.

Frage: Die Ärzte erhalten pro Impfung pauschal 20 Euro, im Impfzen­trum gibt es pro Stunde 150 Euro – ist das eine faire Bezahlung für den immensen Mehraufwand, den die Praxen haben?

Hamprecht: Ohne Zweifel ist das, was die Hausärzte an Dokumentation und Organisation haben, ein erheblicher Mehraufwand. Auch die Impfstoffe sind nicht ganz so leicht zu handhaben und lassen sich teilweise nicht einfach zu einem Patienten nach Hause transportieren. Ob die Honorare angesichts des Aufwands stimmen, kann ich aber nicht wirklich beurteilen.

 

Liveticker

Weitere interessante Artikel

Piccoplant forschungsstation

Wie feinstes Porzellan: Russischer Flieder von Leonid Kolesnikow

pflanzendecke

Gute Lösung: Immergrüne Bodendecker

nachwuchs

In die Gummistiefel und ab ins Grüne!

gemüse

Kulinarische Geschichte im Beet

gemüse

Bohnen haben 2. Weltkrieg überstanden

Obstbäume

Reiche Blüte reicht nicht aus

Gemeinschaftsgärten in Rastede

Jetzt wird auch in Nethen geackert

Frühjahrsarbeit

Moos im Rasen behandeln

Naturgarten

Salomonssiegel

Neuseeländer

Spinat für die Sommerzeit

Gundermann

Bodendecker wirken lebendig

Folgen des Winters

Notfallhilfe für Pflanzen mit Frostschäden

Sonniger Platz

Tipps für Erdbeeren auf dem Balkon und im Beet

Pflanzentipp

Gladiolen-Knollen jedes Jahr an neuen Ort setzen

Wie bunte Kissen im Garten

Pflegetipps für Polsterstauden