Kolumne

Effekte der Covid-19 Pandemie auf unser Gesundheitssystem

Infektionen mit Bakterien sind in der Regel mit Antibiotika, bei rechtzeitiger Diagnosestellung, gut zu behandeln. Handelt es sich um Viren, versucht man mit sogenannten antiviralen Medikamenten, beispielsweise Virostatika, den Krankheitsverlauf zu beeinflussen. Neben der Möglichkeit, den Erreger abzutöten oder seine Ausbreitung zu hemmen, ist die ideale Behandlung die Impfung, die eine Erkrankung verhindern kann. Leider gibt es nach wie vor Krankheiten, bei denen eine Impfung noch nicht entwickelt werden konnte, zum Beispiel Hepatitis C oder HIV/Aids.

Viren haben die besondere Eigenschaft, sich ständig zu verändern. Wir kennen das Phänomen bei der Grippeschutzimpfung, die ständig weiterentwickelt werden muss, da das Virus sich verändert. Die Entwicklung neuer Grippeschutzimpfungen ist aufwendig, nicht nur hinsichtlich der Zeit, bis zur Zulassung eines Impfstoffes.

Diese bekannte Tatsache war sicher einer der Gründe, weshalb in der Bevölkerung nicht unerhebliche Bedenken geäußert wurden, dass man nicht sicher sein könne, dass in der kurzen Zeit ein wirksamer Impfstoff entwickelt werden konnte. Zudem wurde diskutiert, wie lange trotz der Entwicklung von Antikörpern nach einer Impfung der Schutz vor einer neuen Infektion anhalten könne. Bekannt wurde zudem, dass Patienten nach erfolgreicher Impfung und einem Antikörpernachweis eine erneute Infektion mitmachen mussten.

Dass die neuen Impfstoffe trotz der schnellen Entwicklung allen Sicherheitsanforderungen genügen, ist vielfach dargestellt worden.

Von der Bevölkerung wurde mit Unverständnis und Kritik aufgenommen, dass zwar in kurzer Zeit Impfzentren errichtet wurden, aber die Menge des vorhandenen Impfstoffs nicht in der Lage war, die Risikogruppen (Bewohner von Altenheimen, Hochaltrige, Berufsgruppen mit erheblich erhöhtem Risiko einer Infektion, (medizinisches Personal, Ärzte, Rettungsdienste etc.) mit Impfstoff zu versorgen. Zudem war bekannt, dass andere Länder sich sehr viel früher und in größerer Menge mit Impfstoff eingedeckt hatten.

Auch die Nachverfolgung von Impfketten war mit dem vorhandenen Personal und den IT- Voraussetzungen unzureichend. Ebenso wurde die Einrichtung einer App zwar anfänglich gut angenommen, war aber in der Wirkung nicht so erfolgreich wie gewünscht. Die Vergabe von Terminen stellte ein weiteres Problem dar. Menschen, weit über 80 Jahren, mit Wohnort Hannover, erhielten Termine in Winsen/Luhe. Weitere Beispiele solcher Organisationsprobleme sind zahlreich. Wir müssen feststellen, dass trotz der immer wieder zu Recht gewürdigten Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems, insbesondere in den Intensivstationen, Kliniken und Praxen, in der Organisation der Pandemie durchaus deutliche Defizite vorhanden sind, die man sicher im Rahmen der kritischen Bewertung benennen muss.

Eine der größten Errungenschaften dieser Pandemie ist die Entstehung völlig neuer Forschungsverbünde und die Etablierung internationaler Netzwerke von Forschungseinrichtungen, die für zukünftige Probleme mit neuen Infektionskrankheiten ganz neue und wichtige Erkenntnisse ermöglichen kann.

Dr. Gerd Pommer Internist in

Oldenburg

 

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