Pflanzenpflege im Ammerland

Was Sie im Garten schon machen können

Rostrup - Der Schnee ist geschmolzen, die Sonne scheint und im Lockdown fällt einem die Decke auf den Kopf: Da ist es nur verständlich, dass vielen Gartenbesitzern schon die Finger jucken. Aber: „Der Februar ist nicht der klassische Gärtnermonat“, sagt Christian Wandscher, Geschäftsführer vom Park der Gärten. „Da sollte man schon mit Bedacht agieren.“ Man wisse nie, welche Wetterkapriolen noch kommen.

Gefahr durch Frost

Auch Lennart Böhlje, Landschaftsgärtnermeister und Technischer Leiter im Park der Gärten, sagt, dass viele Menschen dazu neigen, im Garten alles sauber zu machen, sobald das Wetter besser wird. „Aber die Laubdecke schützt, darum sollte man sie nicht zu früh rausharken.“ Besonders bei frostempfindlichen Blumen und Kräutern reichten einzelne Frostnächte aus, um sie eingehen zu lassen, wenn sie nicht geschützt sind. Ein weiterer Grund seien außerdem die Igel: Diese würden in ihrem Winterschlaf gestört, der bis in den März geht, wenn man sie ausgrabe.

Dennoch, sagt Björn Ehsen, studierter Gartenbauer und Gärtnerischer Leiter im Park der Gärten, gebe es Blühpflanzen wie zum Beispiel Krokusse, die bereits eingepflanzt werden können. „Wenn es trocken und der Frost aus dem Boden ist“, ergänzt Böhlje.

Außerdem, so Ehsen, können die Blätter der Pflanzen bereits auf Pilzbefall, der sich durch schwarze Flecken bemerkbar macht, untersucht und dann abgeschnitten werden. „Es ist zwar nicht dramatisch, wenn sie dranbleiben“, sagt der 52-Jährige, „aber man tut der Pflanze damit einen Gefallen.“ Der Grünabfall sollte wegen des Pilzes dann entsorgt und nicht in den Kompost gegeben werden. Längere Frostperioden, die es in den vergangenen Jahren gerade im April vermehrt gegeben habe, könnten allerdings zum Problem werden. Hier rät Ehsen, ein Vlies oder Ähnliches über die Pflanzen zu legen.

Auch an Vögel und Insekten denken

Stichwort Kompost: Dieser kann ebenfalls bereits in den Boden des Gemüsegartens eingebracht werden, sagt Böhlje. Außerdem könnten Tomaten und Gurken auf der heimischen Fensterbank bereits ausgesät und herangezogen werden.

Unbedingt erledigen sollte man im Februar größere Schnittmaßnahmen an Obstgehölzen, so Ehsen – allerdings nur an frostfreien Tagen. Denn bald suchten die Vögel dort nach Nestern. Nistkästen sollten außerdem jetzt gesäubert oder aufgehangen werden. „Ein Schema F gibt es beim richtigen Beschneiden von Obstbäumen nicht“, erklärt Böhlje. Das sei von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich. „Man muss einfach mutig sein und beobachten.“ Im Internet gebe es außerdem wahrscheinlich nützliche Tipps, rät der 43-Jährige. Die bekannte Faustformel, einen Hut durch den Baum werfen zu können, sei allerdings genauso falsch wie lauter „Huthaken“ zu schneiden. Noch nicht zurückschneiden sollte man dagegen Stauden: In diesen überwinterten

Vorbereitungen für Frühjahr treffen

Stattdessen könne die Zeit besser zum Planen, für Baumaßnahmen oder zum Vorbereiten der Gartenmöbel und -geräte genutzt werden, raten die beiden. Ehsen: „Dann braucht man das nicht im Frühjahr machen, wenn die Natur mit Macht kommt.“

 

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