Kolumne

Wie Essen gegen Harnwegsinfekte helfen kann

Eine jahrelange Leidensgeschichte hat die 48 Jahre alte Anita M. hinter sich. Immer wieder litt sie unter Harnwegsinfekten. Oft mehrmals im Monat: Brennen beim Wasserlassen, das ständige Gefühl, dass die Blase voll ist, und Schmerzen im Unterleib haben ihr das Leben an solchen Tagen zur Qual gemacht. Am Anfang halfen Antibiotika. Die hat sie immer wieder genommen. Fünfzehn bis zwanzig Mal pro Jahr. Irgendwann hat keins mehr geholfen.

Harnwegsinfekte sind bei Frauen deutlich häufiger als bei Männern. Das hängt mit der anatomischen Nähe von Darm und Genitaltrakt bzw. Harnwegen zusammen. Die meisten Erreger, die Harnwegsinfekte verursachen, kommen dann auch aus dem Darm. Tritt ein Harnwegsinfekt einmal auf, hilft ein Antibiotikum meist rasch. Aber Achtung: Bei vielen Harnwegsinfekten ist gar kein Antibiotikum notwendig. Oft reicht es, den Urin mit Cranberry oder der Aminosäure Methionin anzusäuern. Alternativ können Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich helfen.

Antibiotika bedrohen die gesunde Bakterienflora. Im Darm, wo 70 bis 80 Prozent unseres Immunsystems stecken, aber auch im Genitaltrakt. Frauen, die bei Harnwegsinfekten immer wieder zu Antibiotika greifen, verbessern ihre Situation nicht, sondern verschlechtern sie. Die Entzündung in den Harnwegen wird zum Dauerzustand. Schließlich sind die Schleimhäute so entzündet, dass sie sich auch ohne akuten Infekt verkrampfen und Schmerzen verursachen.

Frau M. ist schließlich einen völlig anderen Weg gegangen: Sie hat ihre Ernährung umgestellt. Alles, was Entzündungen im Körper –und damit auch in den Harnwegen – fördert, hat sie aus ihrem Essen eliminiert: Zucker, künstliche Süßstoffe, Weizen und Fleisch. Sogar auf Kuhmilchprodukte hat sie zunächst verzichtet. Um auch keine unerwünschten Zusatzstoffe zu bekommen, hat sie sich den größten Teil Ihres Essens selbst gemacht: Zum Frühstück Haferflocken in Hafer- oder Mandelmilch mit einem Stück Obst, als Snack am Vormittag entzündungshemmende Nüsse wie Walnüsse, Erdnüsse oder Cashewkerne, mittags überwiegend Gemüse mit Süßkartoffeln oder Vollkornreis, auch mal Nudeln, aber statt aus Hartweizengries aus Hülsenfrüchten wie roten Linsen, mehrmals pro Woche Sauerkraut oder andere fermentierte Nahrungsmittel, und abends ein Salat oder gedünstetes Gemüse. Süßes hat sie sich am Anfang ganz verkniffen, und sich zum Kaffee am Nachmittag höchstens einen Löffel reines Cashewmus erlaubt. Als die Beschwerden schon besser waren, hat sie Datteln als Süßigkeit probiert. Mittlerweile ist auch Schokolade mit einem Kakaoanteil von mindestens 70 Prozent kein Problem mehr. Auf Ingwer-Tee mit Zitrone zur Entzündungshemmung schwört sie bis heute – und trinkt täglich einen halben Liter davon.

Anita M. ist im Leben zurück. Harnwegsinfekte hat sie keine mehr. Was mich zusätzlich fasziniert ist, dass mit der Änderung Ihres Ernährungsstils auch ihre Gesichtshaut reiner, straffer und glatter geworden ist!

Dr. Burkhard Jahn Facharzt für Allgemein-

medizin mit den Qua-

lifikationen Diabeto-

logie, Ernährungsmedizin und Hypertensiologie. Zurzeit ist der Hausarzt in Schortens alle zwei Wochen Gast in dem Podcast „NWZ-Corona-Update“.

 

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