Kompostwerk

Grünabfälle zu neuem Leben erwecken

Ganderkesee - Gartenbesitzer kennen es: Die grüne Oase produziert je nach Ausrichtung, Größe und Jahreszeit mehr oder weniger Grünabfall. Mit dem wöchentlichen Rasenschnitt, Gartenschnittgut wie Strauch- und Baumschnitt und sonstigen Gartenabfällen kann sich schnell einiges ansammeln. Bei all diesen Produkten handelt es sich um organische Abfälle, die zu hochwertigen Komposten und Erden verarbeitet und dem Boden wieder zugeführt werden können.

„Bei uns werden jährlich rund 17.000 Tonnen dieser Grünabfälle angeliefert und aufbereitet“, erklärt Andreas Melle. Je nach Witterung schwanke diese Zahl. In trockenen Sommerzeiten sei die Anlieferung geringfügig kleiner. Wie der Technische Leiter der Firma [k]nord in Ganderkesee erläutert, erfolge die Anlieferung sowohl aus dem privaten als auch aus dem gewerblichen Bereich. Neben der Anlieferung aus dem Raum Ganderkesee sei auch der Landkreis Rotenburg/Wümme an der privaten und gewerblichen Anlieferung beteiligt. „Von Montag bis Samstag kann der Grünabfall bei uns zu unseren Öffnungszeiten angeliefert werden.“

Abfallplatz mit vier großen Anlieferbereichen

„Wir achten sehr auf die Coronabedingungen und haben vier große Bereiche für die Anlieferung von Grünabfall abgetrennt, die ausreichend Platz für die Einfahrt mit PKW und Anhänger bieten“, so Andreas Melle. Dadurch sei auch bei stärkerer Anlieferung mit eventueller kurzer Wartezeit der Abstand gut gewahrt. Der Preis für eine Anlieferung hängt dabei von Art und Menge des Grünabfalls ab.

In Zusammenarbeit mit den DELME-Werkstätten haben Menschen mit Handicaps die Abschlusswand mit Profi-Farben kreativ gestaltet. Im Unternehmen [k]nord arbeiten mehrere Menschen von den DELME-Werkstätten, teilweise schon langfristig und mit verantwortungsvollen Aufgaben. „Sie sind fest in unserer Gemeinschaft von Kolleginnen und Kollegen verwurzelt“, betont der Technische Leiter.

Ökologisch sinnvoll und umweltfreundlich: Verarbeitung der Grünabfälle

Das Unternehmen an der Weststraße 10 in Ganderkesee hat sich die Prämisse „Abfall ist kein Müll“ auf die Fahnen geschrieben und strebt eine ökologisch sinnvolle und umweltfreundliche Verwertung an. Der angelieferte Grünabfall wird täglich geschreddert, homogenisiert und zu einer „Miete“ aufgesetzt und etwa alle drei Wochen umgesetzt, da die Mikroorganismen für den Verrottungsprozess viel Sauerstoff benötigen. Im weiteren Verlauf wird der angehende Kompost mit dem Radlader in eine Siebmaschine zur Vorsiebung geschüttet. Andreas Melle beschreibt den Vorgang: „Diese Maschine trennt das schwarze Gold in Grob- und Feinanteil.“ Der Grobanteil werde für ein Biomasse-Heizkraftwerk zur Produktion von Strom und Wärme verwendet und die anfallende Asche als Dünger dem Boden wieder zugeführt. Der Feinanteil wird in die nächste Miete zusammengefahren.

Herstellung von Erden in Spitzenqualität – auch als Torfersatz

Für den Reifeprozess vom Grünabfall bis zur fertigen Komposterde sei eine Zeitspanne von mindestens drei Monaten vorgegeben. „Bei [k]nord reift der Kompost vier bis fünf Monate. Wir produzieren Spitzenqualität, die RAL-gütegesichert ist und daher setzen wir auf einen längeren Reifeprozess.“ Andreas Melle macht deutlich, dass das Unternehmen pro Woche etwa 500 Kubikmeter fertigen Kompost an Erdenwerke für die Herstellung von Blumenerden liefert. Man verfolge das Grundziel, Torf zu ersetzen. Daher sei die RAL-Gütesicherung ein wichtiges Kriterium. Die fertige Komposterde müsse keimfrei sein, sauber und trocken und dürfe keineswegs übel riechen. Mit einer monatlichen Probenahme werde im Unternehmen die Erde kontrolliert und dokumentiert.

Rottezeit über drei Monate bei hoher Temperatur

Vorschrift sei eine konstante Temperatur von 55 Grad Celsius mittig in der Miete über zwei Wochen. „Wir erreichen mit unserem Verfahren jedoch eine weit höhere Temperatur von über 65° Celsius über die gesamte Rottezeit von 12 bis 16 Wochen.“ Die Mieten auf der Hoffläche werden fünf Mal gewendet, dann ist es fertiger Kompost. Danach erfolgt eine weitere Feinsiebung. „Strenge und stetige Kontrolle und Dokumentation ist sehr wichtig.“

Langjährige Forschungsprojekte haben belegt, dass Qualitätskompost landwirtschaftliche Erträge um 20 Prozent steigern. „Das Ergebnis der langjährigen Forschungsstudie hat viele Menschen positiv überrascht“, so Melle.

Gartenerde und Fertigkompost für Hausgärten zum Abholen

Das Unternehmen [k]nord hat weitere Standbeine. Produziert wird beispielsweise Gartenerde. Das ist Mutterboden von der eigenen Fläche, die mit einer Mischung aus Fertigkompost angereichert wird. „Diese Erde wird im Privatgarten eingesetzt für kleinere Flächen, zum Füllen des Hochbeetes oder um ein Bodenaushub wieder anzufüllen oder, wo gerade etwas Erde fehlt“, so der Technische Leiter. Die Nachfrage sei da.

 

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