interview

Wie gelingt es, plastikfrei zu gärtnern?

Ausgerechnet dort, wo man es nicht haben will, fällt viel Plastikmüll an, in der Natur. Der heimische Garten soll Lebensräume schaffen, bunt blühen, nahrhafte Früchte hervorbringen und mit einem satten Grün bestechen. Der Weg dahin ist allerdings nicht selten gesäumt von Verpackungsmüll und allerlei Gerätschaften, für die es sehr oft plastikfreie Alternativen gibt.

Elke Schwarzer will das Gärtnern umweltfreundlicher machen

Die Bielefelder Autorin Elke Schwarzer kam beim Spaziergang am Strand in Belgien auf die Idee zu ihrem Buch. „Dort lag alles voller Plastikmüll und ich dachte mir, das kann doch nicht sein.“ Prompt fing Sie an, den Müll aufzusammeln, bekam viel Zuspruch von Einheimischen. „So kam mir auch die Idee, mich mal bei mir im näheren Umfeld umzuschauen.

Als Hobbygärtnerin wurde ihr schnell klar, dass auch in ihrem heimischen Reihenhausgarten noch Luft nach oben ist. Sie machte sich bei der Verbraucherzentrale sowie im Internet auf die Suche nach möglichen Lösungen. Auch bei der Internationalen Pflanzenmesse (IPM Essen), der Weltleitmesse des Gartenbaus, wurde sie fündig. Neben dem langlebigen Plastik in Gärten, wie der Regentonne oder dem Komposter (Kompost lässt sich in vielen Städten und Gemeinden auch lose erwerben), hat sie besonders dem kurzlebigen Plastik den Kampf angesagt.

Schwarze Pflanztöpfe sollte man meiden

Normalerweise sind Pflanztöpfe, die aus Polystyrol bestehen, gut recycelbar. Doch besonders bei schwarzen Pflanztöpfen gibt es ein Problem. „Der Laserstrahl der Hausmüllanlage wird durch das Schwarz der Töpfe absorbiert und sie werden somit nicht als recycelbar erkannt. Deswegen landen diese Töpfe immer in der thermischen Verwertung, also in der Müllverbrennungsanlage“, erzählt Schwarzer. Doch sie sehe eine Verbesserung der Situation am Markt. „In letzter Zeit gibt es viele helle und blaue Töpfe für Stauden oder Ähnliches. Die sind da deutlich besser als die Schwarzen“, erzählt sie.

Alternative Töpfe aus Pappmaché, Holzfaser, Ton oder auch Sonnenblumenschalen seien auf dem Vormarsch. „Sonnenblumenschalen sind ein Abfallprodukt. Da sie verwittern, eignen sie sich perfekt als plastikfreier Ersatz“, so die Bielefelderin. Pflanztöpfe aus Eierpappen oder Kartons vom Wochenmarkt eignen sind ein schöner Beitrag zum sogenannten Upcycling. Und wer beim Gießen seiner Pflanzen auf die grüne Plastikgießkanne verzichten möchte, sollte dies mit einer Zinngießkanne machen, da diese besonders resistent gegen Korrosion ist.

Verpackungsmüll noch immer ein Problem

Nicht nur einige Gartengeräte oder Gebrauchsgegenstände sind aus Plastik, auch deren Verpackungen sind häufig aus dem unliebsamen Technopolymer und das auch, wenn Naturprodukte verpackt sind. „Besonders oft ist das bei Quelltöpfchen der Fall, die häufig mit Baumwolle umwickelt sind, dann aber nochmal extra in Plastik eingepackt werden“, ärgert sich Schwarzer. Bei der Verpackung von Blumenerde sieht sie eine Verbesserung. „Die Folien hierfür werden mittlerweile sehr oft aus Altplastik hergestellt. Das ist sehr gut und das obwohl Plastik aus dem sogenannten „post consumer recycling“ teurer in der Herstellung ist.“

Anzuchterde selber mischen

Als Tipp für Gärten mit besonders vielen Maulwurfshügeln merkt sie an, die aufgeworfene Erde einzusammeln und als Pflanzerde zu verwenden. „Sie ist locker und eignet sich gut dafür. Dann muss man nicht immer neue Blumenerde kaufen und spart Plastikmüll ein.“ Auch Anzuchterde lässt sich leicht aus jeweils einem Drittel Sand, Erde und Kompost selbst mischen.

Im Wesentlichen sieht Elke Schwarzer also zwei Wege hin zu einem plastikfreien Garten. „Man kann natürlich Plastikmüll vermeiden und zu den vielen Alternativen greifen oder dort, wo es sich nicht vermeiden lässt, Gerätschaften aus Plastik, wie bspw. den Rasenmäher, so lange benutzen, bis sie buchstäblich auseinanderfallen.“

 

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