EICHELN

Kaffee-Ersatz aus Eicheln

Sandkrug/Edewecht - Reife, braune Eicheln fallen im September und Oktober von den Bäumen. Sind die abfallenden Eicheln übrigens noch grün, deutet dies darauf hin, dass der Baum unter einer Art wetterbedingtem Stress steht. Die Nussfrüchte eignen sich perfekt zum Basteln oder Dekorieren - und sie machen sich unter bestimmten Bedingungen sogar gut auf dem Teller. Gerade in der Nachkriegszeit waren Eichelbrot und koffeinfreier Kaffee-Ersatz aus Eicheln übliche Nahrungsmittel. Das Geheimnis liegt in der Zubereitung, heißt es.

Renate Riemer aus Sandkrug las als Abonnenten unseres Gartenzeit-Newsletter von unserem Aufruf, wer noch wisse, wie sich Eicheln essbar machen und zubereiten lassen. Die Sandkrugerin hat es zwar noch nicht selbst ausprobiert, erinnerte sich aber an einen Artikel von Christel Looks-Theile, frühere Journalistin und Schriftstellerin. Wie es der Zufall wollte, hatte sich Renate Riemer erst einen Tag zuvor einen Stapel der „von Hus und Heimat“-Hefte herausgeholt. Diese Beilagen vom Delmenhorster Kreisblatt hatte sie eine Zeit lang gesammelt, um sie nochmal in Ruhe zu lesen.

In der Ausgabe vom Mai 2020, die schon in den Altpapier-Stapel gewandert war, fand sich der Artikel über die Verwendung von Zichorien (wilde Wegwarte) und Eicheln bei der Kaffeeherstellung in der Zeit nach 1800 schnell wieder. Christel Looks-Theile schrieb Folgendes über den sogenannten Blümchen-Kaffee: „In jenen schlimmen Jahren röstete man auch Eicheln. Man schnitt sie durch, übergoss sie mit kochendem Wasser, das nach 24 Stunden Wässerung erneuert wurde, um den Bitterstoff zu entfernen. Nach nochmals einem Tag Wässerung ließ man die Eicheln abtropfen und dörrte sie im Backofen. Später schälte man sie und röstete sie. Eichelkaffee wurde noch 1920 als gesundes Getränk für Nervöse und Kinder empfohlen.“ (Quelle: Beilage zum Delmenhorster Kreisblatt „Von Hus un Heimat“, 51. Jahrgang, Nr. 5, Mai 2020)

Christel Looks-Theile, geboren am 3. Januar 1930 in Höxter als Christel Theile, lebte seit ihrer Heirat 1954 in Nord-Edewecht (Landkreis Ammerland). Sie starb am 20. August 2015; die Quellen geben sowohl Edewecht als auch Westerstede als Ortsangabe hierzu an. Die Journalistin und Schriftstellerin war sehr religiös und heimatverbunden, was sich auch in ihren Erzählungen und Geschichten widerspiegelte.

Mit Peter von der Dovenmühle aus Oldenburg erinnert sich ein weiterer Abonnent des Gartenzeit-Newsletters an die Herstellung von Eichelmehl. Sein Rezept von 1947 besagt, dass Eicheln genießbar werden, wenn sie grün geerntet, dann geröstet, von der Schale befreit und zu Eichelmehl beispielsweise in einer Kaffeemühle mahlt. Aus dem Bericht von Christel Looks-Theile geht nicht hervor, ob die Eicheln grün oder braun geerntet werden sollten.

Wissen Sie noch mehr über die Herstellung von Eichel- bzw. Blümchen-Kaffee oder haben es bereits einaml selbst ausprobiert? Schreiben Sie uns eine E-Mail an gartenzeit@nwzmedien.de.

 

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