Kinderärztlicher Bereitschaftsdienst in Oldenburg

Kranke Kinder müssen wegen Corona-Regeln in der Kälte warten

Oldenburg - Lang war am vergangenen Wochenende die Schlange vor der kinderärztlichen Bereitschaftsdienstpraxis in Kreyenbrück. Stundenlang mussten einige Familien dort auf eine Behandlung warten – nur nicht in einem beheizten Wartezimmer, sondern draußen in der Kälte bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt: Das sind Umstände, die die Eltern aufregen und aufwühlen, Umstände, die für die Ärzte und die Mitarbeiter problematisch und unbefriedigend sind. Alle Beteiligten wünschen es sich anders, aber eine Lösung hat, zumindest im Moment, niemand.

Die Praxis

Es sind rund 80 bis 100 kranke Kinder, die in der Bereitschaftsdienstpraxis der niedergelassenen Kinderärzte an einem Zehn-Stunden-Tag am Wochenende behandelt werden. In den Sommermonaten sind es meist weniger Patienten, im Winter ist es in den Hochzeiten der Viruserkrankungen schnell rappelvoll. Die Behandlungsräume befinden sich im Kinderkrankenhaus im Oldenburger Klinikum im Erdgeschoss. Normalerweise verfügt die Bereitschaftsdienstpraxis über 22 Warteplätze. „Die sind aufgrund der Coronabestimmungen derzeit auf elf Warteplätze begrenzt. Wir haben fünf Warteplätze für nicht fiebernde Kinder und sechs für fiebernde Kinder zur Verfügung“, erklärt Dr. Sainab Egloffstein, Geschäftsführerin der Oldenburger Geschäftsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen.

Das Wochenende

Das Aufkommen an Patienten war am vergangenen Wochenende groß, so dass die wenigen Warteplätze belegt waren und die Familien vor der Tür bleiben mussten. Obendrauf kamen technische Probleme, so Egloffstein: „Das Kartenlesegerät war kaputt, das bereitet uns gerade überall immense Probleme. Das Telematicsystem stürzt häufig ab und funktioniert dann nicht mehr. Da wurde eine Technik in die Praxen gebracht, die die Abläufe verlangsamt.“ Damit die Patienten nicht direkt vor der Tür warten müssen, wurden Pager angeschafft, die den Familien signalisieren, wann sie an der Reihe sind. Egloffstein: „Aber die Geräte haben nur eine begrenzte Reichweite, das ist nicht optimal.“ Verena Wessel, Sprecherin der Oldenburger Kinderärzte und selbst in der Bereitschaftsdienstpraxis aktiv, kennt die Probleme und findet: „Die Situation ist im Moment ganz unbefriedigend.“ Damit die Familien die Wartezeit wenigstens im eigenen Auto überbrücken können, würden sich die Mitarbeiter deren Handynummern aufschreiben und anrufen, wenn sie reinkommen können.

Die Patienten

Kinder, die besonders krank sind und schnell behandelt werden müssen, werden unter den Wartenden über die Medizinischen Fachangestellten priorisiert. Was immer wieder festgestellt wird: „Nicht jeder Fall ist ein Notfall und gehört da eigentlich nicht hin“, sagt Egloffstein, da liege die Quote zwischen 50 und 70 Prozent: „Aber wir verstehen auch die Eltern, die in Sorge sind und nicht wissen, wie sie sich selbst helfen können.“ Die Geschäftsführerin der Kassenärztlichen Vereinigung weiß: „Das Kinderarztproblem gilt deutschlandweit. Es kommt jetzt auch in Oldenburg geballt an.“

Die Auswirkungen davon spüren Verena Wessel und ihre Kollegen in der Bereitschaftsdienstpraxis: „Viele Familien kommen mittlerweile aus den umliegenden Landkreisen zu uns, weil sie selbst gar keine kinderärztliche Versorgung mehr haben. Wir sind für sie die einzige Möglichkeit, einen Kinderarzt zu sehen. Aber grundsätzlich sollten alle hinterfragen, ob es wirklich erforderlich ist, in diese Praxis zu fahren.“

(K)eine Lösung

Auch das Klinikum, das die Räumlichkeiten für die Bereitschaftsdienstpraxis zur Verfügung stellt, ist mit der Situation unzufrieden. Um das Warten im Winter annehmbar zu gestalten, fehlt, zumindest so lange die Corona-Auflagen anderthalb Meter Abstand im Wartebereich fordern, der Platz. „Wir suchen alle händeringend nach einer Lösung“, sagt Klinikumssprecherin Sigrid Jürgensmann: „Niemand findet es gut, wie es ist.“

 

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