Fiebersaft und Zäpfchen

Warum Medikamente für Kinder im Ammerland knapp sind

Ammerland - Medikamente für Kinder sind im Ammerland derzeit schwer zu bekommen. Betroffen von Lieferengpässen sind zum Beispiel Fiebersäfte und auch Fieberzäpfchen – und das gerade in einer Zeit, in der es viele Erkältungskrankheiten gibt. Nicht nur für das leidende Kind, auch für die Eltern kann das zu belastenden Situationen führen. Die Gründe sind komplex.

Glückssache Medizin

Es sei immer „etwas Glückssache“, ob man beim Besuch einer Apotheke entsprechende Mittel bekomme, sagt zum Beispiel Silke Boehmann von der Peter Apotheke in Westerstede. „Im Moment ist die Lage nicht toll“, sagt sie. Fieberzäpfchen gebe es so gut wie nicht. Eine angespannte Situation, doch es wird grundsätzlich immer versucht, zu helfen. „Apotheken sind gut darin, Lösungen zu finden“, sagt Boehmann. Nicht sinnvoll sei es jedoch, wenn angefangen werde, Medikamente zu bunkern. Dann fehle es denjenigen, die es dringend bräuchten. Neben wirtschaftlichen Interessen von Pharmaunternehmen gilt auch der Krieg in der Ukraine mit als ein Grund. „Das ist absolut berechtigt, aber eben ein weiterer Grund“, sagt Björn Henkel von der Park Apotheke in Rastede. Im Frühjahr seien viele Medikamente, auch für Kinder, zur Unterstützung ins Kriegsgebiet gebracht worden. Aufgrund der für Unternehmen vergleichsweise niedrigen Erträge, sei auch die Produktion verringert worden. Das macht sich bemerkbar. „An Paracetamol-Fiebersäfte kommen wir nicht mehr ran. Und das wird wohl auch noch länger so bleiben“, sagt der Apotheker. Hier könne man derzeit jedoch noch auf Ibuprofen-Säfte umsteigen. Auch Zäpfchen gibt es in der Apotheke in Rastede derzeit noch. Wie die weitere Entwicklung aussieht, bleibt abzuwarten. Die Lieferketten – viele Stoffe kommen aus Asien – stellen ebenfalls ein Problem dar. Henkel hat am Wochenende während seines Notdienstes jedenfalls schon gemerkt, wie Ernst die Lage ist. „Eine Frau brauchte dringend ein Medikament für ihr Kind. Bei der Notdienstpraxis sind sie aufgrund von Personalmangel abgewiesen worden. Sie sollten sich ihre Medikamente in der Apotheke besorgen. Bei mehreren anderen Apotheken ist die Frau gescheitert“, so Henkel.

Eigene Rezeptur

Eine weitere Lösung bei Fiebersaft-Knappheit ist es, eigene Rezepturen anzuwenden. Bedeutet, die Apotheker mixen sozusagen eigene Fiebersäfte an. Das hatte auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) schon einmal vorgeschlagen. Das Problem: Selbst das ist laut Henkel nicht mehr ohne weiteres möglich, denn die Rohstoffe, die für die Rezeptur benötigt werden, werden genau so knapp. Die Medikamentenknappheit ist laut Henkel ein grundsätzliches Problem, „das nicht so schnell zu lösen ist“. Betroffen sind nicht nur Kinder-Medikamente. 250 Arzneimittel hatte Silke Boehmann am Donnerstag auf ihrer Liste als nicht lieferbar stehen. Darunter auch das Mittel Pantoprazol, ein Magenschutzmittel. Auch Medizin gegen Bluthochdruck, Cholesterin-Senker und Hustenlöser, ist teilweise nicht zu bekommen.

 

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