Garten in Varel

Umweltschutz geht auch im Neubaugebiet

Varel - Von der „essbaren Hecke“ im Garten von Kerstin Wiese in Varel naschen nicht nur Menschen. Auch zahlreiche Vögel picken sich die Früchte heraus. 1000 Quadratmeter Grünfläche hat die Varelerin ökologisch gestaltet. Sie fordert, dass das Schottergarten-Verbot in Varel besser kontrolliert wird.

Der Holunder steht neben Felsenbirnen, Schlehen, Maulbeeren, Aronia, Quitte und Johannisbeeren: „Hier holen sich ganze Spatzenkolonien ihr Futter“, sagt Kerstin Wiese. Die 43-Jährige ist mit ihrem Mann und ihrer neunjährigen Tochter 2015 ins Neubaugebiet Hafenstraße gezogen.

Statt einem Grundstück kauften sie gleich zwei, später kam das benachbarte dritte noch dazu. Den zusätzlichen Platz verbauen, das wollten sie nicht. Stattdessen ist viel Platz für Pflanzen. So legte Wiese, die ein Staatsexamen in Biologie besitzt, eine Blühwiese an. Meterhoch schießen hier schon die Gräser, dazwischen ein gemähter Weg und ein kleiner Entwässerungsgraben. „Wir haben einen sehr nassen Kleiboden hier“, sagt Wiese. Deshalb schießt zwischen den Blumen auch Binsenkraut hoch. „Da fühlen sich Wespenspinnen wohl“, sagt Wiese.

Blutbär zu Besuch

In einem Beet entdeckte Wiese auch einen sehr seltenen Besucher, zunächst war dieser in Raupenform: der sogenannte Blutbär. „Dieser Nachtfalter steht auf der Liste für bedrohte Arten.“ Er ernährt sich vom Jakobskraut. Das Gewächs wird auf Wiesen häufig ausgerissen, da es für viele Tiere giftig ist. Wiese hofft, dass sie den roten Falter noch öfter sehen wird.

Alte Bohnensorten

Die Varelerin setzt sich auch aktiv für den Erhalt alter Sorten ein, zum Beispiel züchtet sie eine alte heimische Sorte Puffbohnen. Sie ist Mitglied im Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) und tauscht sich dadurch mit anderen aus.

Klee und Hahnenfuß im Rasen, noch dazu die vielen wilden Ecken in Wieses Garten: Das Ganze trifft nicht jedermanns Geschmack. So beschweren sich hin und wieder Nachbarn bei ihr. Dabei steht der Pflanzenschutz eigentlich mit im Bebauungsplan. „Eigentlich soll jedes Grundstück einen mindestens 1,5 Meter breiten Pflanzstreifen anlegen. Das machen aber nicht alle und es wird leider von der Stadt nicht kontrolliert“, sagt Wiese. Sie habe schon mehrere Briefe an den Bürgermeister und andere Stadtvertreter geschrieben. Auch beim Schottergarten-Verbot wünscht sich die Varelerin mehr Kontrollen der Verwaltung.

Aber auch viel positives Feedback zu ihrem pflanzenreichen Garten bekommt die Varelerin hin und wieder. „Passanten bleiben gerne stehen und fragen mich dann etwas zu den Pflanze. Die Menschen freuen sich in der Regel, dass hier so viel blüht“, sagt Wiese.

 

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