Ihno Veldmann ist mit 84 Jahren der älteste und langjährigste Hobby-Gärtner auf dem Grabeland

Bilderbuch-Kohl dank Gründünger und Taubenmist

Emden - Geht es um den Anbau von Kohl, dann blicken so einige Hobby-Gärtner vom Grabeland auf Transvaal schon mal neidisch auf die Fläche des 84-jährigen Ihno Veldmann. Bei dem ältesten und langjährigsten „Ackerbauer“ auf dem Grabeland stehen in sieben Reihen à 20 Meter Länge verschiedene Kohlsorten - eine prächtiger als die andere, geradezu wie aus dem Bilderbuch. Sein Geheimnis für den Anbau schlummert keineswegs allein in dem kleinen Zaun, den er um sein Gemüse gesetzt hat, damit Wildtiere wie Rehe, Hase und Kaninchen sich nicht an seinem Kohl bedienen. Vielmehr hat der ehemalige Binnenschiffer sein eigenes Rezept zur Bodenbewirtschaftung. Das funktioniert bereits seit Jahrzehnten. Denn dem Grabeland hat er sich schon vor mehr als einem halben Jahrhundert verschrieben. 1970 habe er angefangen, sagt er in einem Gespräch mit dieser Zeitung. Damals war die Grabeland-Fläche in Transvaal noch bedeutend größer. Seitdem ist der Vater von sechs Kindern nahezu täglich auf seinem „Land“.

Der Kleiboden, dabei handelt es sich um entwässerten Schlick, ist sehr nährstoffreich. Darauf gedeihen besonders gut Kohl und Kartoffeln, wissen Hobby-Gärtner. Aber das allein reicht dem 84-Jährigen nicht. Er setzt von jeher auf Gründünger. Damit streut er jährlich eine neue Teilfläche seines „Landes“ ab und lässt sie bis zur nächsten Gemüsesaison ruhen, bevor dort neu gesät wird. „Dann hat der Boden sich wieder erholt“, ist er überzeugt. Sein Gründünger setzt sich aus alltäglichen Küchen- und Gartenabfällen zusammen. Das Ganze reichert er noch mit einem Kübel Taubenmist an, den er über einen Bekannten bezieht. Taubenmist hat einen hohen Anteil an Kalium. „Das ist der Erfolg“, betont er. „Ich habe noch nie ein Gramm Kunstdünger verwendet.“

Bei Kohl bevorzugt er die späten Sorten, weil er bei den frühen Sorten immer Ungezieferbefall hatte, meinte er. Seine Sorten kann er noch im Oktober / November ernten. Neben Rosen-, Rot- und Blumenkohl stehen Wirsing und Filderkohl (feinrippiger Weißkohl mit spitzem Kopf) auf seinem Acker. „Diese Qualität ist nicht zu ersetzen“, ist er überzeugt. Und wer verarbeitet die ganze Ernte? Das mache er teilweise selber, sagt er. Kochen gehöre neben Sport und dem Grabeland zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Den Rotkohl hängt er beispielsweise kopfüber auf. Der hält sich dann bis März, so Veldmann. Einen Teil der Ernte friert er auch ein. Und dann sind da noch seine sechs Kinder. „Die wollen auch etwas haben“, schmunzelt er und ergänzt: „Ich mache weiter, so lange ich das kann.“

 

Liveticker

Blaulicht-Ticker

Weitere interessante Artikel

Landschaftsgärtner

Vom Straßenbauer bis zum Pflanzenkenner

Pflanzen für Balkon und Terrasse

Der Natur auf die Sprünge helfen

Berufung

Für zwei Deutsche Meisterschaften qualifiziert

Musterbeete vom Emder Ökowerk

Auch ohne Sonne kann es blühen

Überwinterung von Zierfischen

Umzug ins Haus: Teich- und Aquarienwasser mischen

Gesellschaft

Begeisterung für Bio-Blumen

Staudengarten

Fetthenne lockt Schmetterlinge

Pflanzenschutz

Raupen sorgen für Schäden

WAlnüsse

Ernte mit Umsicht

Herbstzeitlose

Früchte des Herbstes

Angebot ab 1. Oktober

Kostenfreie Laub-Entsorgung von öffentlichen Straßenbäumen

Gartenzeit in der Norder Klimawoche

Einführung in die Nutzung der Saatgutbibliothek

Emder Ökowerk startet neues Projekt zum Mitmachen

Fünf Musterbeete für mehr Vielfalt im Vorgarten

Terrasse

Individuell in Licht getaucht

Dekoration

Die Sterne vom Himmel holen