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Bereits mit zwölf das Gärtnern entdeckt

Lingen - „Ich bin auf Gartenmessen und Gartentreffen dabei, habe Interviews für FFN, Sat. 1, NDR 2 und weiteren TV- und Radiosendern gegeben, um mehr Menschen zum Gärtnern zu inspirieren“, erzählt Felix Wilming aus Lingen. Dem 21-Jährigen, der gerade sein Examen zum Altenpfleger bestanden hat, folgen über 110.000 Hobbygärtner und Hobbygärtnerinnen in den sozialen Netzwerken, die er als Gartenblogger und YouTuber mit Videos und Tipps zum eigenen und biologischen Anbau von Gemüse bedient. In einem Interview berichtet Felix wie ihn das Gartenfieber bereits als zwölfjähriger Junge packte.

Wie bist du zu dem Hobby gekommen?

Für die Landwirtschaft habe ich mich schon immer interessiert und ich wollte auch unbedingt selber etwas anbauen, nicht immer nur zusehen. Zur Freude meiner Eltern habe ich den Garten umgegraben und wollte auf dem Gartenstück selber etwas anbauen. Das war 2012 und ich zwölf Jahre alt.

Was ist daraus entstanden?

Mittlerweile habe ich einen sehr großen Garten und viele verschiedene Sachen angebaut – auch solche Sorten, von denen man eher denkt, das es nicht möglich ist, aber die einen Anbauversuch durchaus wert sind.

Was hat dich daran gereizt und was ist gelungen?

Dass viele sagen, das funktioniert in Deutschland nicht. Mich reizt es, genau das zu schaffen, auch wenn man nur eine sehr kleine Ernte davon hat. Zitronengurken, Wassermelonen – ich habe schon von allem, was ich angebaut habe, auch etwas geerntet. Erdnüsse auch, nicht viele, aber immer mal eine kleine Handvoll. Die habe ich nicht geröstet, das wäre zu viel Aufwand. Ich habe sie pur gegessen, sie schmecken ähnlich wie ein Maiskolben.

Waren deine Eltern davon begeistert, dass du außergewöhnliche Produkte anbaust?

Ja, auf jeden Fall. Ich baue ja beispielsweise auch ganz klassisch Kartoffeln an, weil wir genügend Fläche haben. Mein Garten ist jetzt 750 Quadratmeter groß, ich ziehe aber mit meinem Gartenland zwei Straßen weiter auf eine leere Fläche um – habe dort 3000 Quadratmeter zur Verfügung und kann mich noch freier entfalten.

Du bist nicht in die Gartenbaubranche eingestiegen?

Ich bin Altenpfleger und habe gerade mein Examen bestanden – das ist mein Beruf, den mache ich sehr gerne. Für mich bleibt es immer ein sehr guter Ausgleich, in den Garten zu gehen. Hauptberuflich hätte ich das nicht wollen, weil es dann sehr zwanghaft ist. Ich kann experimentieren und das anbauen, was ich möchte. Das gefällt mir schon sehr.

Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Ich habe irgendwann andere Blogger gesehen, hab mir selber dort die Tipps geholt und überlegt, das dies auch ein sehr gutes Medium ist, meine Erfahrungen weiterzugeben. Ich bin noch sehr jung und möchte damit auch viele andere junge Leute animieren zu gärtnern. Es ist eher so, dass Garten die mittlere oder ältere Generation interessiert – da ist das Gärtnern sehr beliebt und das möchte ich natürlich auch in die Jugend holen, dass viele Leute ihr eigenes Gemüse anbauen, was natürlich viel gesünder ist und besser schmeckt.

Hast du schon Rückmeldungen bekommen, dass du andere animiert hast?

Am Anfang war es nicht so, da fehlte noch die Reichweite, aber mittlerweile habe ich auch eine Facebook-Gruppe gegründet mit 100.000 Hobbygärtnern in der Gruppe. Da bekommt man oft Rückmeldungen, dass auch bei den Youtube-Videos viele Inspirationen dabei waren, dass die Leute – auch wenn sie nur einen Balkon haben – etwas Gemüse anbauen. Die Facebook-Gruppe heißt übrigens „Gemüsegarten und Selbstversorger“.

Auf welchen Kanälen bist du unterwegs?

Hauptsächlich auf Youtube. Damit bin ich auch angefangen. Ich habe meine Videos im Garten gedreht und hochgeladen. Dann kam irgendwann Instagram dazu – da poste ich einige Bilder als Begleitmaterial dazu. Mittlerweile habe ich auch ein Kamera-Equipment und einen guten Freund von mir dabei, der die Kamera hält. Dann einen PC, um das Video zu schneiden. Da braucht man schon einiges an Material, bis ein Video fertig ist.

Auf Youtube habe ich 7500 Follower, auf Instagram 5.500 und die Facebook-Gruppe hat 100001 Mitglieder.

Hast du Werbepartner?

Kiepenkerl und Floragard – mit denen kooperiere ich schon sehr lange. Ansonsten kommen immer mal wieder kleine Kooperationspartner für bestimmte Projekte zusammen, beispielsweise für ein Hochbeet oder für ein Gewächshaus, dass man das Material gestellt bekommt.

Was sagen deine Freunde zu deinem Hobby?

Am Anfang haben sie ziemlich komisch und abwertend reagiert. Mittlerweile sind alle sehr froh, wenn auch mal der eigene Maiskolben aus dem Garten auf den Grill kommt.

Gibt es eine Pflanze, die dich besonders reizt?

Hirse ist sehr interessant, die baue ich selber an für meine Wellensittiche. Die Anzucht ist das schwerste. Ich habe es jetzt zum zweiten Mal probiert – dieses Jahr sieht die Ernte ganz gut aus.

 

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