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Pflegearme Gehölze mit Wohlfühlgarantie

Dötlingen/Oldenburger Land - Eine Studie des finnischen Werkzeugherstellers Fiskars fand 2019 heraus, dass etwa 5,5 Stunden Gartenarbeit pro Woche die allgemeine Zufriedenheit enorm steigert. Wenn man bedenkt, dass davon 56 Prozent auf „den Garten betrachten“ entfallen, dürfte das nicht sonderlich überraschen. Auf Platz Drei liegt aber mit immerhin 37 Prozent die Pflanzenpflege. Dazu gehört auch das Beschneiden von Gehölzen im heimischen Garten. Eine Aufgabe, die zeitintensiv ist und vor der auch viele Hobbygärtner Respekt haben. Es gibt aber auch Gehölze, die pflegearm sind und gar keinen Rückschnitt benötigen, um gesund zu gedeihen. Wir sprachen dazu mit Gärtnermeister Olaf Schachtschneider vom Dötlinger Pflanzenhof Schachtschneider. Er selbst bezeichnet sich als pflanzenverliebt, immer auf der Suche nach Optimierungen und mehr Nachhaltigkeit für seine Gewächse.

Was unterscheidet pflegearme Gehölze von anderen Pflanzen?

Mit diesen Pflanzen hat man, wie der Name schon sagt, weniger Arbeit. Da gibt es auf der einen Seite Gehölze, die einen regelmäßigen Rückschnitt benötigen, wie z.B. die Rose. Pflanzen können empfindlich auf unterschiedliche Böden oder Witterungsbedingungen reagieren. Außerdem vergreisen viele, werden also unansehnlich und knicken ab, wenn man sie nicht regelmäßig beschneidet, wie z.B. die Forsythie oder die Weigelie. Und dann gibt es pflegeleichte Gehölze. Ich sage hier lieber „pflegearm“, weil so ganz ohne Zuwendung kommen auch diese Pflanzen nicht aus. Sie sind von sich aus kleiner und kompakter und sind optimal an unsere Böden und klimatischen Bedingungen in der Region angepasst. Wir Gärtner:innen schauen immer intensiver in die Natur hinein. Dabei entdecken wir sogenannte Spontan-Mutationen (Sports), die pflegeärmer sind als die Mutterpflanze. Diese gilt es rauszusuchen und zu kultivieren. Natürlich gibt es auch unter empfindlichen Pflanzen wieder robustere Ausnahmen.

Welche Gehölze zählen zu den pflegeärmeren?

Insgesamt ist das ein Riesengebiet. Da muss man erstmal entscheiden, ob Sie einen Rosengarten, einen Blütensträuchergarten, Stauden, Gehölze oder Bäume bevorzugen. Im Moment sind besonders Gehölze beliebt, die eine Höhe von 1,20 bis 1,50 Meter erreichen. Die Kunden wollen also gar nicht mehr so gerne, dass ihnen ihr Garten förmlich über den Kopf wächst. Ich persönlich möchte den Leserinnen und Lesern auf diesem Wege gerne drei pflegearme Gehölze näherbringen, die allesamt eine Maximalhöhe von anderthalb Metern erreichen können. Erstens gibt es die Weigelie „Monet“ (Weigela florida ‘MONET’®). Sie blühen unermüdlich von Juni bis zum ersten Frost. und haben ein äußerst attraktives rosa-weißes Blattwerk. Sie haben keinen Rückschnitt nötig.  Zum Zweiten ist die Fasanenspiere „All Black“ (Physocarpus opulifol. ‘All Black’ ®) zu nennen. Eine recht neue Sorte mit außergewöhnlich attraktiven schwarzroten Blättern. Die Blütenzeit ist mit Juli bis August ungewöhnlich spät für diese Pflanzenart.  Drittes und letztes pflegearmes Gehölz ist die Rispen-Hortensie „Bobo“ (Hydrangea paniculata ‘BOBO’ ®). Sie ist eine kompaktwüchsige Sorte und auch sie blüht sehr spät, von August bis Oktober hat man Freunde an ihren strahlenden Blüten, die erst in Cremeweiß und später dann in einem zarten Rosa blühen.

Alle diese Pflanzen sind ganzheitlich pflegearm. Ein Beschnitt ist nicht nötig. Sollte man sich doch dafür entscheiden, erholen sich die Pflanzen sehr schnell vom Rückschnitt. Sie sind frostbeständig und robust gegen Krankheiten. Sie bringen einem viel Freude ohne viel Arbeit. Hobbygärtnern mit einer Wohlfühlgarantie sozusagen.

Wann ist die optimale Pflanzzeit für diese Gehölze?

Die ist genau jetzt! Seit wir Gärtner:innen denken können sagen wir: Der Herbst ist die beste Zeit zum Pflanzen. Der Boden ist noch feucht und warm. Die Pflanzen können viel besser und kräftigere Wurzeln machen.

Stichwort „pflegearm“: Welche Pflege brauchen diese Gehölze dennoch?

Im Grunde ist es wie bei uns Menschen. Wasser und Nahrung. Wässern nur, wenn es erforderlich ist. Dieser Sommer war zum Beispiel sehr feucht, da ist das gar nicht nötig. Wässern sollte man immer von der Wetterlage abhängig machen. Außerdem ist es wichtig, den Pflanzen einmal im Jahr einen organischen Dünger zu verabreichen, der sich nicht schnell aus dem Boden auswaschen lässt. Februar bis März ist hier die optimale Düngezeit.

Containerpflanzen werden immer beliebter. Was hat es damit auf sich und welche Vorteile bieten sie?

Container heißt nichts anderes als Topf, in der Fachsprache der Gärtner. Fast alle neuen Pflanzen werden heute in Töpfen herangezogen. Das hat den Vorteil, dass man beim Umpflanzen keine Wurzeln zerstört. Außerdem können diese fast das ganze Jahr über gepflanzt werden.

Insgesamt gilt die Regel: Je größer die Pflanze, desto eher ist eine Freilandzucht zu bevorzugen. Das ist dann naturnaher und pflanzenfreundlicher.

Die Pflanzzeit für Freilandpflanzen beginnt allerdings erst ab Mitte Oktober. Freilandzüchtungen erleben gerade eine wahre Renaissance, da diese stärker wachsen und der Wunsch nach besonders großen Pflanzen steig zunimmt.

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserem Themenportal inklusive Pflanz-O-Mat mit detaillierten Pflanzenbeschreibungen:

 

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