Kolumne

Gesundheit und Klimakrise

2015 haben 195 Staaten im Pariser Klimaabkommen beschlossen die Klimaerwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, wenn möglich unter 1,5 Grad. Im Januar 2019 hat die WHO „Luftverschmutzung und Konsequenzen des Klimawandels“ auf Platz 1 der zehn größten Gefahren für die Weltgesundheit gesetzt. Hauptursache ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe. Die WHO prognostizierte, dass Klimaveränderungen zwischen 2030 und 2050 weltweit zu jährlich mehr als 250 000 Toten führen.

Am 9. August 2021 wurde Teil 1 des aktuellen UN-Weltklimaberichts veröffentlicht. Der Einfluss des Menschen auf das Klima hat bereits heute zu einer Erwärmung von 1,1 Grad geführt. Die Erde werde sich bei der derzeitigen Entwicklung bereits gegen 2030 um 1,5 Grad erwärmen – und damit zehn Jahre früher als noch 2018 prognostiziert. Die Wissenschaftler warnen vor der deutlich beschleunigten Erderwärmung mit großen Risiken und verheerenden Folgen für unsere Zukunft. Der Bericht sagt bei einem Temperaturanstieg von mehr als 1,5 Grad deutlich intensivere Hitzewellen voraus. Bei mehr als zwei Grad dürften extreme Wetterereignisse kritische Toleranzschwellen für Landwirtschaft und Gesundheit überschreiten.

Die Klimakrise ist die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts. Sie begünstigt Extremwettererscheinungen wie Hitze, Stürme und Orkane, Starkregen mit Hochwasser und Überschwemmungen und einem schnelleren Anstieg des Meeresspiegels, langfristig um mehr als 10 Meter. Die Klimakrise hat direkte physische Folgen, wie Infektionen, Verletzungen oder Tod, und psychische Folgen wie Stress, Angstzustände, Traumata und Depressionen. Indirekt führt die Klimakrise zu veränderten Umweltbedingungen mit Beeinträchtigung der Qualität und Quantität von Trinkwasser und Lebensmitteln, vermehrtem Auftreten von biologischen Allergenen und tierischen Krankheitsüberträgern. Die Klimakrise wird weltweit zu einer deutlichen Zunahme unter anderem von Mangelernährung, Malaria, Durchfallerkrankungen und Hitzestress führen. Ältere, herz- und lungenkranke Menschen, Kinder und schwangere Frauen sind besonders betroffen (KLUG – Dt. Allianz Klimawandel und Gesundheit https://www.klimawandel-gesundheit.de/).

Bislang unveröffentlichte Teile des Weltklimaberichts besagen, dass der globale CO2-Ausstoß spätestens 2024 seinen Höhepunkt erreicht haben muss. Nur so sei es noch möglich, die globale Erwärmung „wahrscheinlich“ auf zwei Grad zu begrenzen. Es bleiben nur noch drei Jahre Zeit, um die Kehrtwende bei den Treibhausgasemissionen einzuleiten – sonst werden wir die Ziele des Pariser Klimaschutzvertrages nicht mehr erreichen können. Nur durch eine drastische und dauerhafte Reduzierung der CO2-Emission und anderer Treibhausgase kann die Erderwärmung noch begrenzt werden. Jeder Einzelne von uns kann etwas für das Klima tun. Überdenken Sie Ihr Verhalten und machen Sie in diesem Monat von Ihrem Wahlrecht Gebrauch. Es geht um die Gesundheit und um die Zukunft, besonders unserer Kinder.

Prof. Dr. Christoph Korenke Klinikdirektor

am Elisabeth-Kinder-

krankenhaus Olden-

burg und Ärztlicher Direktor des Klinikums Oldenburg

 

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