Gartenblogger

Vom Landei zum Podcast-Host

BÜckeburg - „Vom meinem Opa habe ich das Gärtnern übernommen“, blickt Nicole Edler zurück. Die 27-Jährige hat von Oktober 2018 bis September 2020 als Volontärin beim großen Gartenmagazin „Mein schöner Garten“ gearbeitet und war in dieser Zeit als Sprecherin des Podcast „Grünstadtmenschen“ in Aktion.

Nicole Edler ist ein echtes Kind vom Dorf und hat schon in ihrer Kindheit gemeinsam mit ihrem Opa im heimischen Gemüsegarten gewerkelt. „Dabei habe ich nicht nur die Liebe zum Gärtnern entdeckt, sondern auch den einen oder anderen Gartentipp an die Hand bekommen“, berichtet die Redakteurin beim 1. GardenCon im Park der Gärten.

Wie die Gartenbauingenieurin zum Podcast kam und wie man einen solchen aufbaut, davon berichtet Nicole Edler in einem exklusiven NWZ-Interview.

Wie war dein beruflicher Werdegang?

Nach dem Abitur stand für mich zunächst nicht die Gartenwissenschaft im Vordergrund. Ich bin nach Hannover gezogen, habe dort gejobbt, gekellnert und überlegt, was ich machen könnte. Ich habe in einem veganen Restaurant gearbeitet, weil ich mich mit dieser Ernährungsform beschäftigt habe. Das Thema Nachhaltigkeit und Gemüse selber anbauen ist durch Zufall entstanden. Ich habe mich eingeschrieben, in Hannover Gartenbauwissenschaft studiert und dann hat alles seinen Weg genommen. So kam die Verbindung zustande, die mir bis dahin noch gefehlt hatte.

Wie ging es dann weiter?

Ich habe mich bei „Mein schöner Garten“ beworben und dort mein Volontariat gemacht. Da kam dann die Überlegung, einen Podcast aufzubauen und die Frage: Wie fängt man es an? Zunächst haben wir einen Redaktionsplan entwickelt, Ideen gesammelt, Strukturen und Ordnung aufgebaut. Um die Hörer und Hörerinnen aktiv mit einzubinden, haben wir Fragen gestellt und Aufrufe gestartet. Unser Podcast hatte den Namen „Grünstadtmenschen – dein Stück Natur für die Ohren“. Inhaltlich ging es um Fragen wie: Was muss ich beim Anbau von Kartoffeln beachten? Wie lege ich einen Gemüsegarten an? Was kann jeder von uns tun, um den Bienen zu helfen?

Was hast du mitgenommen bei „Mein schöner Garten“?

Definitiv viel – diese Ausbildung hat mir persönlich extrem weitergeholfen. Ich bin auf jeden Fall daran gewachsen. Man wurde oft ins kalte Wasser geworfen und auch mit dem Podcast an sich – das war ein Projekt, das habe ich mir davor wahrscheinlich gar nicht vorstellen können – ja, „learning bei doing“.

Woran denkst du am liebsten zurück?

Die erste Podcast-Folge ist meine Lieblingsfolge und war natürlich die aufregendste Folge. Außerdem höre ich da meinen Opa und das erinnert mich daran, wie er mich unbewusst in diese Richtung gelenkt hat. Deshalb ist das auch eine emotionale Folge für mich. Mittlerweile gibt es rund 40 Podcast-Folgen.

Und dein Opa?

Er ist sehr stolz. Als ich gegssagt habe: „Opa, ich mache einen Podcast!“, da wusste er natürlich gar nicht, was los ist. „Das ist so ähnlich wie eine Radiosendung“, habe ich ihm erklärt und ihm das Mikro gezeigt. Er ist natürlich stolz wie Bolle, dass er Teil des Podcasts geworden ist. Und er freut sich, dass er mir die Leidenschaft zum Gärtnern quasi vererbt hat und generell den Bezug zur Natur. Es macht ihn stolz und mich natürlich auch, dass ich das so weitergeben kann. Er wohnt auch in Bückeburg und wir sehen uns regelmäßig. Opa ist 83 Jahre. Meine Oma gärtnert auch gerne, aber von meinem Opa habe ich es übernommen. Er ist jetzt im Pflegeheim, hat eine Terrasse und baut noch Tomaten an und schöne Blumen.

Was ist dein Ziel beruflich?

Ich habe kein bewusstes Ziel. Ich fühle mich wohl als Redakteurin, mag gerne Texte schreiben. Ich arbeite jetzt nicht in der Gartenbranche, finde es aber toll, dass ich das vom Hobby etwas trennen kann. Dann freue ich mich noch ein Stück mehr, wenn ich dann in den Garten gehen kann.

Du beschränkst dich auf Instagram?

Aktuell bin ich nur bei Instagram. YouTube finde ich auch sehr interessant – da ist es das Problem, wie man das zeitlich alles unter einen Hut bekommt. Bei einem 40-Stunden-Job muss man Prioritäten setzen. Ich habe ja auch noch den Garten, den ich pflege und andere Sachen.

Wie ist dein Blog Gartensprosse gestartet?

„Gartensprosse“ mache ich jetzt seit knapp einem Jahr. Als im September mein Volontariat bei „Mein schöner Garten“ zu Ende war, habe ich mit der Seite angefangen. Ich habe jetzt über 1.500 Abonnenten und auch schon viele Leute, mit denen regelmäßige Interaktionen stattfinden – das macht total viel Spaß.

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