Fachtagung in Friesoythe

Wenn Eltern psychisch krank sind

Friesoythe - Wenn Eltern psychisch krank sind, hat das unmittelbare Auswirkungen auf die Kinder. Diese sind oft verhaltensauffällig, haben Probleme beim Lernen, können keine oder nur schwer Bindung zu anderen Menschen aufbauen. Das gehört zu den alltäglichen Erfahrungen, die in Kindertagesstätten, Beratungsstellen, Familienhilfen, Schulen, frühen Hilfen oder therapeutischen Praxen gemacht werden. Oft werden die Kinder dann individuell betrachtet und gefördert. An die erkrankten Eltern selber kommen sie hingegen nur selten oder gar nicht heran. „Dabei muss man die Eltern und die Kinder gemeinsam als Familie betrachten und nicht getrennt. Leider leben wir aber in einem System, das auf Spaltung ausgelegt ist“, sagte Dr. Michael Hipp.

Oft hilflos

Der Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie ist Experte auf diesem Gebiet und gibt Mitarbeitern, die mit Kindern von psychisch erkrankten Eltern arbeiten, Hilfestellungen in Zusammenarbeit mit der ganzen Familie. Am Dienstag war er auf Einladung des Caritas-Vereins Altenoythe für einen Tag im Forum am Hansaplatz zu Gast und hielt auf sehr anschauliche Weise und anhand vieler Praxisbeispiele Vorträge zu dem Thema. Fast 100 Anmeldungen aus ganz Norddeutschland gingen beim Caritas-Verein ein. „Es hätten noch weitaus mehr Personen teilnehmen wollen, doch aufgrund der Corona-Vorgaben waren wir eingeschränkt“, sagte Stefanie Lönnecke, die den Fachtag mit organisiert hatte. So sei man ohnehin schon wegen der großen Nachfrage ins Forum am Hansaplatz gezogen. „Wir erleben immer wieder bei Kindern von psychisch erkrankten Eltern Auffälligkeiten. Und immer wieder gibt es Probleme, an die Eltern heranzukommen. Da ist man oft hilflos“, sagte Lönnecke.

Vertrauen aufbauen

Genau da setzte Hipp an. „Wie kooperiere ich mit Eltern, die nicht kooperieren können oder wollen? Mit dieser Frage sind viele Fachkräfte überfordert“, sagte der Referent. Das sei auch nicht einfach, denn der Zugang zu Menschen mit beispielsweise Schizophrenie, Traumata, Borderline-Erkrankung oder Depression sei sehr schwer. Hier gelte es, den Eltern den Stress zu nehmen, sie zu entlasten. Dann könne man eine Bindung und Vertrauen aufbauen. Erst wenn das gelungen sei, könne man Zugang finden, Hilfe anbieten, Ziele formulieren und anhand vielfältiger Methoden wie etwa Marte Meo diese auch erreichen. „Je früher das klappt, umso besser. Um dem Kind zu helfen, muss nämlich eigentlich schon in den ersten drei Lebensjahren etwas passieren“, sagte Hipp. Hier sei es auch wichtig, dass sich Institutionen besser vernetzen – von der Hebamme über frühen Hilfen und Jugendamt bis hin zu Kindertagesstätten. Hipp: „Wir müssen die Familie ganzheitlich wahrnehmen und unterstützen.“

 

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