KAMMERSIEGERIN

Mit kreativen Ideen Schönes entstehen lassen

Eigentlich hat Delia Helena Jersch Architektur studiert. Nach dem Bachelor sollten es dann aber doch erst einmal die wirklich praktischen Erfahrungen sein. Also stieg sie in den Betrieb ihrer Familie ein: Bei Jersch und Sohn in Oldenburg begann die 24-Jährige eine Ausbildung, die sie jetzt als Kammersiegerin im Maler- und Lackierhandwerk abschließen konnte. Durch ihr vorheriges Studium konnte die Oldenburgerin die Ausbildung auf zwei Jahre verkürzen. Übrigens hatten einst ihr Vater Boris Jersch und dessen Bruder Jurij, die heute den Betrieb gemeinsam führen, ihre Ausbildung ebenfalls als Kammersieger abgeschlossen.

Von Baustelle zu Baustelle

Schon als Kind ist Delia Jersch manchmal mit ihrem Vater zur Baustelle mitgefahren. Später hat sie dann in den Ferien häufiger dort gearbeitet. Auch während der Ausbildung hat sie ziemlich viele unterschiedliche Orte gesehen, an denen fleißig gewerkelt wurde. „Großbaustellen sind schon sehr spannend, auch weil da so viele unterschiedliche Gewerke zusammenkommen und dort sehr viel Leben ist. Es ist einfach eine ganz besondere Stimmung. Aber sehr schön sind auch die kleinen Aufträge, bei denen man private Innenräume verschönern kann. Und im Winter ist es dort natürlich nicht so kalt wie draußen.“

Ganz schön kreativ

Abdecken, abkleben, schleifen – bevor es losgeht, müssen die nötigen Vorarbeiten geleistet werden. „Dann kann man auch richtig kreativ sein“, sagt Delia Jersch. Das Arbeiten mit Tapeten, schönen Farben und Strukturen hat viele Facetten und unterliegt immer wieder neuen Trends. Damit auch ein wirklich harmonisches Bild entsteht, gibt’s zusätzliches Basiswissen in der Berufsschule. Farblehre, Kontraste, die unterschiedlichsten Materialien wie Holz, Metalle und Kunststoffe und deren Zusammenspiel mit verschiedenen Beschichtungen stehen auf dem Stundenplan. Im zweiten Halbjahr kamen dann Projekte hinzu, also fiktive Kundenaufträge, die ausgeführt werden mussten – und zahlreiche schöne Dinge entstehen ließen.

Positive Entwicklung

Zwar hat sich das Malerhandwerk in den letzten Jahrzehnten nicht grundlegend verändert, dennoch gibt es bei zahlreichen Materialien positive Entwicklungen. „Vieles ist ökologischer geworden“, weiß Boris Jersch. „Früher gab es beispielsweise nur lösemittelhaltige Lacke für eine gute Optik und lange Haltbarkeit – ohne auf die Gesundheit und die Umwelt zu achten.“ Heute sei dies zwar anders, dennoch habe der Arbeitskomfort darunter gelitten. Auch beim Thema Arbeitsschutz sei man in einigen Bereichen sensibler geworden. „Das gilt vor allen Dingen für die Schadstoffe in Materialien oder das Absaugen von gesundheitsschädlichem Staub, beispielsweise beim Schleifen“, ergänzt Jurij Jersch.

Es bleibt in der Familie

Seit genau hundert Jahren gibt es den Malereibetrieb Jersch und Sohn, der zurzeit in der dritten Generation geführt wird. Dass das 40 Personen starke Unternehmen garantiert keine Zukunftssorgen haben muss, steht schon jetzt fest. „Für mich ist ganz klar, dass ich hier irgendwann einsteigen will“, sagt Delia Jersch. Derzeit ist sie allerdings wieder an der Jade-Hochschule anzutreffen: Dort macht sie nämlich aktuell ihren Master in Architektur.

 

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