Mehr Licht, bitte!

Zimmerpflanzen im Winter richtig versorgen

Berlin/Eislingen (dpa/tmn) - Ohne Licht geht es den meisten Pflanzen nicht gut. Es ist quasi Teil ihrer Ernährung, denn mit Hilfe von Licht produzieren Pflanzen unter anderem Energie. Daher hat im Winter so manches Zimmergrün ein Problem mit den kurzen und dunklen Tagen.

Die einfachste Lösung: Mehr Licht geben, indem man das Grün an hellere Standorte am Fenster stellt. Oder man sorgt für eine zusätzliche Lichtquelle mit speziellen Pflanzenleuchten - am besten mit LEDs, die möglichst wenig Strom verbrauchen. Wie hoch der Lichtbedarf von Pflanzen ist, unterscheidet sich. Flamingoblume, Elefantenfuß und Grünlilie sollten es nicht dunkler als mit einer Beleuchtungsstärke von 1000 Lux haben. Kolbenfaden, Gummibaum und Drachenbaum kommen mit mindestens 500 Lux klar.

Ihr Grün ist nicht dabei? Der Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur hat eine Liste an Daten für beliebte Zimmerpflanzen online zusammengestellt. Messen kann man die Beleuchtungsstärke in einem Wohnraum mit einem sogenannten Luxmeter oder einer Lichtmesser-App für das Smartphone. Aber man sieht den Mangel einer Pflanze im Zweifel auch an: Die Blätter werden gelb und fallen ab.

Bitte abstauben!

Der Lichtmangel wird zusätzlich durch fehlende Pflege begünstigt: Eine Staubschicht auf den Blättern verhält sich wie ein Filter für Sonnenstrahlen. Bis zu 30 Prozent weniger Licht kann je nach Schichtdicke bei der Pflanze ankommen, erklärt Jürgen Herrmannsdörfer vom Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur.

Das hat Auswirkungen: Lichtmangel versetzt viele Zimmerpflanzen in eine Art Winterschlaf. Sie brauchen weniger Wasser, da sie ja weniger Energie produzieren können. Hobbygärtner können gut erahnen, wie viel Wasser sie der Pflanze geben müssen: Herrmansdörfer rät, "mit dem grünen Daumen" zu fühlen, ob die Erde noch feucht ist. Auch die Nährstoff-Zufuhr sollte geringer ausfallen, mindestens um die Hälfte.

Blattfall wegen trockener Heizungsluft

Das Grün hat ein weiteres Problem: Die trockene und warme Heizungsluft lässt viele Pflanzen, vor allem aber die beliebten Zimmergrüns Einblatt und Flamingoblume leiden, sagt Andreas Höfer, der eine Hydrogärtnerei für Zimmerpflanzen in Eislingen (Baden-Württemberg) betreibt.

Besonders betroffen sind Pflanzen in unmittelbarer Nähe der Wärmequelle, etwa am Boden über einer Fußbodenheizung. Gärtnermeister Herrmannsdörfer empfiehlt hier hohe Säulengefäße als Übertopf. Hier bleibt ein Luftraum zwischen Unterseite und dem Pflanztopf, der eher vor Überhitzung schützt.

Wasserschalen oder Zimmerbrunnen erhöhen die Luftfeuchtigkeit, Höfer rät zu Wasserspielen mit Lavasteinen, die große Poren und eine sehr große Oberfläche haben. Und er empfiehlt in Wohnräumen mit trockener Luft das Lüften bei feuchter Außenwitterung als "ein probates Mittel, um die Luftfeuchtigkeit in den Räumen wieder zu erhöhen."

Aber: Lüften ist nur bedingt die Lösung

Diese Maßnahmen sollten allerdings nur eingesetzt werden, wenn man den Kreislauf aus Lüften und Heizen insgesamt im Griff hat. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum wiederum kann die Bildung von Schimmel an Wänden und Möbeln fördern. Daher sollte die Luftfeuchtigkeit im Wohnraum optimalerweise 60 Prozent nicht übersteigen, ein Hygrometer misst diesen Faktor.

Eine gute Lösung für die Pflanzen ist alternativ das Erhöhen der Luftfeuchtigkeit nur direkt am Grün, in dem man die Wasserschale an den Topf der Zimmerpflanze stellt. Alternativ rät die Gartenakademie Rheinland-Pfalz zu einem Nebel aus der Sprühflasche.

Das Lüften an kalten Wintertagen ist auch nicht immer gut für die Zimmerpflanzen. "Wenn sich der Mensch im Zug unwohl fühlt, tut es die Pflanze auch", sagt Jürgen Herrmannsdörfer. Gefährlich werden kann Zugluft mit Temperaturen von unter zehn Grad für Pflanzen mit kleinen und weichen Blättern, etwa das Einblatt. Stellen Sie die Pflanze während des Stoßlüftens einfach kurz woanders hin.

© dpa-infocom, dpa:211115-99-05886/2

 

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