Argumente gegen Impfen – und was der Virologe sagt

„Wem ein bestes Stück etwas wert ist, sollte sich impfen lassen“

Oldenburg - „Impfen macht unfruchtbar“, „Die Langzeitfolgen sind unbekannt“, „Impfen kann schwere Herzerkrankungen auslösen“ – unsere Redaktion setzt sich mit häufig genannten Gründen gegen eine Corona-Schutzimpfung auseinander.

Impfen macht unfruchtbar!

Man liest dies immer wieder in Internet und sozialen Medien. Behauptet wird, dass das Spikeprotein, das durch den Impfstoff erzeugt wird, ähnlich einem Protein der Placenta (Syncytin-1) ist und daher Antikörper gegen das Placentaprotein gebildet würden. Die Ähnlichkeit ist aber minimal, bei vielen anderen Erkältungsviren und auch anderen Impfstoffen ist sie sogar größer – ohne dass dies eine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit hat. Im Gegensatz zu den sozialen Medien ist das Thema Fruchtbarkeit und Impfung in der Wissenschaft unumstritten – alle großen Fachgesellschaften, die sich hierzu geäußert haben, sehen keinen Anhalt für eine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit und empfehlen ausdrücklich die Impfung. Aus den Impfstudien zeigen zudem die bisherigen Daten keinen Hinweis, dass die Fruchtbarkeit durch die Impfung beeinträchtigt wird – weder bei Frauen, noch bei Männern. Frauen können jedoch an Covid in der Schwangerschaft besonders schwer erkranken, was zum Tod von Mutter und/oder Kind führen kann – das sind ganz dramatische Verläufe. Daher sollte man sich unbedingt impfen, wenn man ein Kind bekommen möchte. Für Männer gilt das gleiche – die Impfung hat keine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit. In einer Studie zum Thema waren sogar nach der Impfung mehr Spermien als vor der Impfung nachzuweisen – also wenn, dann wäre die Impfung eher förderlich für die Fruchtbarkeit. Zudem muss man immer bedenken, dass Covid eine Erkrankung der Lunge, aber auch der Gefäße ist. Eine Corona-Erkrankung kann die Penisgefäße betreffen und zu Erektionsproblemen führen. Also: wem ein bestes Stück etwas wert ist, sollte sich impfen lassen.

Impfen kann schwere Herzerkrankungen bis hin zum Tod auslösen!

Sehr selten kann es nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff zu einer Entzündung des Herzmuskels oder des Herzbeutels kommen – einer sogenannten Myokarditis bzw. Perikarditis. Dies betrifft vor allem junge Männer unter 30 Jahren. Die Häufigkeit lag in verschiedenen Studien beim Biontech-Impfstoff bei einem bis fünf Fällen pro 100000 geimpften Personen. Überwiegend sind die Verläufe mild, und die Erkrankung kann gut therapiert werden. Bei einer Corona-Erkrankung ist das Risiko für eine Myokarditis allerdings viermal höher als bei der Impfung – auch daher sollte man sich impfen lassen.

Impflinge müssen sich auf eigenes Risiko impfen lassen, weil dem Staat die Verantwortung zu heikel ist!

Das ist nicht zutreffend. Bei einer durch die Ständige Impfkommission empfohlenen Impfung besteht ein Recht auf Entschädigung durch den Bund, sofern es zu einem Impfschaden kommt.

Auch wer doppelt geimpft wird, kann schwer erkranken und sogar sterben!

Das ist formal richtig, aber verkennt den eigentlichen Sachverhalt: Nach der Impfung ist das Risiko, an Corona schwer zu erkranken oder zu sterben, sehr viel geringer als ohne Impfung. Das ist wie mit dem Sicherheitsgurt – viele schwere Unfallfolgen werden dadurch vermieden, aber nicht immer kann ein Gurt den Todesfall verhindern. Daraus zu folgern, Gurte würden nicht bei Autounfällen schützen und wir brauchen sie nicht, wäre ein falscher Schluss. Der Schutz gegen schwere Erkrankung nimmt mit jeder Corona-Impfung zu und ist nach den bisher vorliegenden Daten nach der zweiten Impfung schon sehr gut, aber nach der dritten Impfung noch mal deutlich höher. Bei älteren Patienten oder Patienten, die Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken, kann die Impfung zum Teil weniger wirksam sein. Aber auch hier wird das Risiko einer schweren Erkrankung durch die Impfung deutlich verringert.

Die Corona-Impfstoffe wurden überhastet zugelassen, es fehlen Erkenntnisse über Langzeitfolgen!

Die Corona-Impfstoffe wurden schneller entwickelt als vorherige Impfstoffe – das ist richtig. Dies ist durch Fortschritte der Wissenschaft möglich, zum Beispiel durch neue Sequenziertechnologie, die Entwicklung der mRNA-Impfstoffe, aber auch durch eine klinische Testung mit überlappenden Phasen und sehr viel Geld, welches in die Entwicklung investiert wurde. Dadurch haben wir viel Zeit gewinnen können. An Sicherheit oder Testung wurde hingegen nicht gespart – im Gegenteil. Tatsächlich wurden die Corona-Impfstoffe an mehr Probanden getestet als viele andere Impfstoffe. Zudem werden die Corona-Impfung besonders sorgfältig überwacht– dies ist auch durch neue Technologien besser möglich, als früher. Inzwischen wurden über sieben Milliarden Impfdosen verabreicht – wir kennen die Corona-Impfstoffe also sehr gut, besser als viele andere Impfstoffe. „Langzeitfolgen“ ist ein immer wieder genannter Begriff, dem liegt aber ein Missverständnis zugrunde. Wir kennen bisher keine Impfstoffe, bei denen Jahre nach der Impfung eine Nebenwirkung aufgetreten ist. „Langzeit“ bedeutet bei Impfstoffen also Wochen oder selten Monate, aber nicht Jahre später. Im Gegensatz hierzu kennen wir schon jetzt Langzeitfolgen einer Infektion mit Sars-Cov-2. Es können nach Erkrankung Beeinträchtigungen über mehr als ein Jahr anhalten, zum Beispiel fehlende Belastbarkeit, Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche – Long Covid. Dies kann alle betreffen – auch junge und sehr fitte Menschen. Von anderen Viren kennen wir sogar schwerwiegende Folgen bis zum Tod, die viele Jahre oder Jahrzehnte nach Erkrankung auftreten – zum Beispiel bei Masern oder Kinderlähmung. Corona kennen wir jetzt seit knapp zwei Jahren – ob es hier nicht auch Jahre später zur Entwicklung weiterer Symptome kommen kann, wissen wir noch nicht. Hiervor habe ich aber sehr viel mehr Sorge, als vor möglichen Langzeitfolgen einer Impfung.

Das Risiko, schwer an Corona zu erkranken, ist geringer als die Risiken durch Nebenwirkungen und mögliche Langzeitfolgen!

Die Erkrankung an Corona ist nicht vorhersehbar – für niemanden. Corona wird regelmäßig unterschätzt – mit zum Teil tödlichen Folgen. Es ist wie russisches Roulette. Auch junge und gesunde Personen können schwer erkranken und wir sehen dies jetzt aktuell häufiger als noch vor einem Jahr. Das Risiko einer Impfung ist gering und wir kennen es sehr gut – in fast allen Fällen ist es geringer als das der Infektion.

 

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