Braker baut sie selbst an

Meterhohe „Grünkohl-Palmen“ wachsen in Bayern über den Kopf

Brake/Unterwössen - Es gibt Menschen und Dinge, die unzertrennlich miteinander verbunden sind und eigentlich nur in Kombination funktionieren. Asterix und Obelix beispielsweise oder Joko und Klaas. Schweinshaxe mit Knödeln oder Grünkohl und Pinkel. Eine Trennung der berühmten Paare ist schlicht undenkbar. Oder kämen Sie etwa auf die Idee, plötzlich Haxe mit Grünkohl zu servieren?

Klaus Pallas aus Brake kann sich (Stand jetzt) jedenfalls nicht vorstellen, dass Grünkohl in Bayern irgendwann einmal die Beilage Nummer eins sein oder einen ähnlichen Kultstatus wie im Norden besitzen wird. Dennoch hat der 84-Jährige im Süden der Bundesrepublik ein kleines Experiment gewagt, in dessen Mittelpunkt die beliebte Kohlsorte stand. Am Ende traute Klaus Pallas seinen Augen nicht – aber der Reihe nach...

Wahlheimat

Der ehemalige Studiendirektor am Braker Gymnasium lebt seit 1971 mit seiner Frau Helga in der Kreisstadt. Das Paar hat zwei gemeinsame Töchter, von denen Martina in der Chiemgau-Gemeinde Unterwössen wohnt. Rund 1000 Kilometer müssen beide für eine Strecke zurücklegen, wenn sie ihre Tochter und deren Familie besuchen wollen. Es lag also auf der Hand, sich nach einer Zweitwohnung umzuschauen und diese zu beziehen.

Bei all der Planung bemerkte Klaus Pallas indes ein kleines, aber feines Problem: Wie kommt der schmackhafte Grünkohl mit in den Süden? Selbst bei einem Besuch auf dem Viktualienmarkt hatte er schließlich nur Pinkel entdeckt, nicht aber den dazu passenden Grünkohl.

Also fasste Pallas kurzerhand den Entschluss, junge Pflanzen aus dem eigenen Garten in Brake mit nach Bayern zu nehmen und einfach mal zu schauen, wie es ihnen denn im Süden so ergeht.

Grüne Giganten

Und, nun ja, was soll man sagen: Die Pflanzen wachsen und wachsen und wachsen. Knapp zwei Meter ist der Grünkohl nun schon hoch, den Klaus Pallas vor wenigen Monaten probeweise noch im Garten seiner Tochter eingepflanzt hatte. „Das ist unglaublich, damit hatte ich natürlich nicht gerechnet“, sagt Klaus Pallas.

Im Normalfall wird die vitaminreiche Gemüsesorte, die das Ehepaar nach Angaben von Helga Pallas „ab und zu ganz gerne“ esse, nämlich nicht so riesig. Angesichts der Ungetüme bekommt das Synonym „Oldenburger Palme“ eine ganz neue Bedeutung.

Geschmacklich sind die Riesenpflanzen den kleineren Sorten jedoch nicht überlegen. Unterschiede habe er noch nicht festgestellt, berichtet Klaus Pallas. Dafür hat er seinen Schwiegersohn, der den Grünkohl im Gegensatz zu Tochter Martina und den Enkelkindern liebt, richtig glücklich gemacht.

Tipps und Tricks

Klaus Pallas weiß offenbar, warum die Pflanzen so kräftig gewachsen sind. Der Bauernsohn, der sich seit Jahrzehnten für Gartenarbeit und Gemüseanbau interessiert, macht dafür zum einen das Hochbeet verantwortlich. Der besondere Aufbau und vor allem die enthaltene Kompostschicht seien echte Wachstumstreiber.

Außerdem wird der Grünkohl alle 14 Tage mit einem natürlichen Schutzmittel gespritzt. Hierfür mischt Pallas eine Flüssigkeit mit nicht blühenden Brennnesseln sowie Ackerschachthalmen an: „Das stinkt extrem, aber die Schädlinge bleiben fern“. Und das Wachstum gibt ihm recht.

Vorbild

Klaus Pallas hat im Chiemgau sogar Nachahmer gefunden. Während eines Besuchs machten er und seine Frau mit einem Ehepaar Bekanntschaft, das ursprünglich aus Bonn stammt und Grünkohl liebt. Die Rheinländer haben ihn nun auch in ihrem Garten angepflanzt. Und vielleicht wird die „Oldenburger Palme“ ja irgendwann doch die bayerischen Küchen erobern.

 

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