Kolumne

Noch Pandemie oder schon Endemie?

Eine der Kuriositäten von Corona besteht darin, dass medizinische Fachbegriffe wie Inzidenz oder Pandemie zum selbstverständlichen Bestandteil unserer Umgangssprache geworden sind. Ich hoffe, dass zu diesen selbstverständlichen Begriffen des Alltages bald auch der der Endemie gehört. Das medizinische Wörterbuch Psychrembel beschreibt eine Endemie als einen nicht erlöschenden Durchseuchungszustand. Der Psychrembel verweist zudem auf den Ursprung des Wortes: Es kommt vom griechischen endemos, das heißt: einheimisch, im Volk. Frei übersetzt: Ein Erreger ist dauerhaft (in einer bestimmten Region) vorhanden, immer wieder gibt es Krankheitsfälle, mal mehr und mal weniger.

In einer Pandemie breitet sich ein Erreger über Länder und Kontinente aus, die Pandemie ist jedoch zeitlich begrenzt.

Dass wir mit Corona werden dauerhaft leben müssen oder doch zumindest über viele Jahre, darf als sicher gelten. Dass die Pandemie zur Endemie wird, ist somit ebenfalls sicher, oder zumindest sehr wahrscheinlich. Wenn uns das Corona-Virus also über Jahre – oder vielleicht sogar dauerhaft – begleiten wird, wird es Zeit, dass wir uns überlegen, wie es mit dem Virus wieder zu einer gesellschaftlichen Normalität kommen kann. Ohne Lockdowns oder auch nur Diskussionen darüber, ohne Regeln für Fitness-Studios, andere Sportstätten oder die Gastronomie, die sich täglich ändern und vor allem dazu führen, dass vielen Menschen ein wesentlicher Teil ihrer Lebensfreude genommen wird und eine ganze Reihe von Zeitgenossen in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht werden. Das Corona-Virus hat viele Menschen krank gemacht – und es hat auch viele getötet. Zur Wahrheit gehört aber eben auch, dass es nicht nur viele Menschen gibt, die krank geworden sind, weil sie sich infiziert haben, sondern dass viele auch durch einen dramatisch veränderten Alltag krank geworden sind. Einmal mehr bestätigt sich: Der Mensch besteht aus Körper, Geist und Seele – und eben nicht nur aus dem Körper. Wie sensibel praktisch jeder Mensch ist und damit auch Sie, liebe Leser, können Sie daran sehen, was es mit Ihnen macht, wenn Sie etwas hören, worüber Sie sich freuen: Sofort wird Ihr Tag positiv, Ihre Arbeit geht Ihnen leichter von der Hand und Sie werden vermutlich auch lockerer mit anderen kommunizieren. Umgekehrt gilt natürlich das gleiche: Eine negative Nachricht wirft sofort einen Schatten auf das, was Sie tun und es wird Ihnen schwerer fallen, leicht und unbeschwert aufzutreten.

Was wir jetzt brauchen ist eine Debatte darüber, wie wir dauerhaft mit Covid-19 genau existieren wollen wie mit so vielen anderen Krankheiten. Die Omikron-Variante gibt uns die Gelegenheit dazu: Sie verläuft einerseits sehr ansteckend, andererseits in den weit überwiegenden Fällen aber auch milde. Als Zivilgesellschaft sollten wir darauf achten, dass (zumindest einige) Politiker und Medien (und auch NGO´s) aus dem Panikmodus in den Normalitäts- und Sachlichkeitsmodus zurückschalten!

Dr. Burkhard Jahn Facharzt für Allgemein-

medizin mit den Qua-

lifikationen Diabeto-

logie, Ernährungsmedizin und Hypertensiologie. Er ist Hausarzt in Schortens.

 

Liveticker

Blaulicht-Ticker

Weitere interessante Artikel

Kräutertreiberei

Petersiliengrün

Pantoffeln bringen Farbe ins Haus

Blutspenden in Sandkrug

Malteser bieten Termin in Waldschule an

Frostige Kindheit

Kaltkeimer jetzt noch schnell aussäen

Online-Vortrag

Fledermäuse - mystisch, faszinierend, schutzbedürftig

Gelbe oder braune Blätter

Was die Anthurie braucht, um wieder frisch zu wirken

Sauerstoff für die Tiere

So verhindern Sie das Zufrieren Ihres Gartenteiches

Do it yourself

Holz trifft auf Beton: Gartenbank selber bauen

Kräuter

Winterkresse sorgt für Würze

Alpenveilchen

Beliebte Winterblüher

Wassergarten

Vor Frost schützen

Geldbaum

Licht ist im Winter Mangelware

Was Büropflanzen über ihre Kollegen verraten

Zeig mir deine Blumen und ich sag dir, wer du bist!

Stimmt der Platz?

Topfgrün im Winterquartier:Warum vergeilen Pflanzen?

Stunde der Wintervögel

Fettes Futter lockt neugierige Vögel in den Garten