Dorfgarten Dötlingen

Magerwiese regeneriert sich

Dötlingen - Noch immer sitzt das Bild der mitten in der Vegetationsperiode durchfrästen Magerwiese im Dorfgarten Dötlingen in den Köpfen vieler Naturfreunde. Pflanzen in voller Blüten und Insekten waren auf der durchfrästen Magerwiese von einem Tag auf den anderen verschwunden. „Was vor fast genau einem Jahr durch Kommunikationsdefizite zwischen Rathaus und ausführender Firma durch eine Durchfräsung verursacht wurde, sorgte damals für Unverständnis und aus unserer Sicht für einen Rückschritt jahrelanger Entwicklungsarbeit für die Artenvielfalt“, erinnerte Ratsherr Dirk Orth im Namen von Bündnis 90/Die Grünen zusammen mit Vertretern des Nabu Dötlingen-Wildeshausen am Donnerstagabend.

Schnell gehandelt

Schadensbegrenzung und die Frage, wie möglichst schnell und gewinnbringend für die Pflanzen und Insektenwelt gehandelt werden kann, rief Vertreter der Ortsgruppe des Nabu, Olaf Schachtschneider vom Pflanzenhof Aschenstedt, Christian Rathkamp (raquatec), Imker Götz Neuber, Dirk Orth und Lena Kellermann von der Gemeinde Dötlingen vor einem Jahr zusammen. Orth weiter: „Nach einem konstruktiven Vororttermin nach der fehlgelaufenen Fräsaktion ging es für die Mitglieder des Arbeitskreises Artenvielfalt vor Ort zunächst darum, die Magerwiese möglichst schnell wieder in einen guten Zustand im Sinne des Naturschutzes zu bringen.“

Wie dazu Marianne Bernhard-Beeskow von der Nabu-Ortsgruppe erinnerte, wurde dabei zum einen auf die Regenerationsfähigkeit der Magerwiese gesetzt, zum anderen durch eine reduzierte, aber ausgewählte Ansaat-Mischung der Fläche eine Starthilfe gegeben. Dabei sei das Striegelverfahren mit Bodenaufritzung gewählt worden, erklärte Orth.

Zum Ortstermin am Donnerstag hatte sich rund ein Dutzend Interessierte im Dorfgarten eingefunden, um sich ein Bild von den Bemühungen zu machen und über das weitere Vorgehen nachzudenken. Neben den Arbeitskreisvertretern war Bürgermeisterin Antje Oltmanns vor Ort und Biologin Hildegard van’t Hull, die für den Nabu ehrenamtlich ihre Eindrücke vom aktuellen Zustand der Magerwiese schilderte und einen Ausblick auf das weitere Vorgehen gab. „Tatsächlich hat sich die Fläche ein Stück selber geholfen und regeneriert. Wie weit die Nachsaat mit Magerwiesen-Pflanzen dazu seinen Teil beigetragen hat, ist nicht eindeutig zu beurteilen“, sagte die Biologin. Fakt sei aber, dass beim Gang durch die Wiesenfläche mehrere für eine Magerwiese typische Pflanzen zu finden seien: Hasenklee und andere Kleerarten, Spitzwegerich, Schafgarbe, Ferkelkraut, Krötenbinse und das Sumpf-Ruhrkraut. Zudem seien im Erdreich typische Spuren von Insektenbauten zu finden.

Wenig Pflege nötig

Eine Magerwiese für die Zukunft zu sichern, bedeute, mehr an Nährstoffen dem Boden zu entziehen als zuzufügen. Eine Beweidung mit Schafen einmal im Jahr oder eine Mahd würden zur Pflege beitragen. Mehr brauche es eigentlich nicht. Obstbaumwiesen, Magerwiese und Tümpel würden das richtige Ensemble bieten und der Artenvielfalt dienen.

In diesem Zusammenhang erinnerte Imker Gotz Neuber an das sogenannte Trachtenfließband, das für die Insekten wichtig sei. Manche Insekten befliegen nur einen Umkreis von 50 Metern. „Verschwinden hier abrupt die Futtermöglichkeiten, verhungern die Tiere.“ Auch wenn die Signale auf eine Rettung der Magerwiese stehen, wird es noch einige Zeit der Pflege bedürfen, bis der Dorfgarten wieder als eine Art ,Werbefläche‘ für Nachahmer dienen kann, so Dirk Orth abschließend.

 

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