Oldenburger Klimaprojekt

Im engen Kontakt mit der Natur: Familien ackern selber

Oldenburg - Der Blumenkohl sieht wie gemalt aus und die Zucchini zum Reinbeißen. Eigene Ernte. Vom Samenkorn an hatten die „Ackermanntje“ alles in der Hand. Diese Gruppe von mittlerweile zwölf Familien beackert in Etzhorn ein Feld, das sie gepachtet hat. Im März 2021 ging es auf 500 Quadratmetern los, in diesem Jahr wurde die Fläche verdoppelt.

Der Anfang

Erwachsen ist dieses Projekt aus einer Idee von Corina Fuhrmann, die wie die meisten aus der Gruppe zwar einen eigenen Garten hat, aber eben doch nicht die Fläche für Kartoffeln, Rüben, verschiedene Gemüse und Pflanz-Experimente. Die Etzhornerin fragte bei Landwirten in Wohnortnähe nach einem Stück Land zur Pacht. Christian Hilbers, der Familienbetrieb Hilbers führt, gab einen Streifen von 500 m² am Rande eines Maisfeldes in Etzhorn ab und nun noch einmal so viel. Wie schon im vergangenen Jahr hat die Stadt das Vorhaben unterstützt, in dem die Stadtgrünpflege den Acker mit Maschinen durchpflügte.

Gleichzeitig haben die Ackermanntje sich um Fördermittel aus dem Projektfonds „Alle fürs Klima“ beworben – und bekommen. „Davon haben wir alle Sämereien gekauft, auch Jungpflanzen und Werkzeuge. Und wir konnten eine Hütte bauen“, erzählt Corina Fuhrmann. Jetzt ist sie gerade dabei, einen Bericht über dieses Gemeinschaftsprojekt zu schreiben: für den Wettbewerb von „Alle fürs Klima“, mit einem Preisgeld von 5000 Euro.

Der nachwuchs

Davon könnte man im nächsten Jahr viel fürs „Gemeinschaftsbeet“ kaufen, wo zum Beispiel Kohl- und Zwiebelsorten, Fenchel, Kürbisse und Kartoffeln wachsen. Das Erdbeerfeld für alle ist auch vergrößert worden. Auf den Eigenbeeten von je zwei mal vier Meter pflanzt dann jeder, was er will. Wie die Familie Kossel. Die beiden Kinder (7 und 11 Jahre alt) haben sogar ein eigenes Beet. „Sie wollten Bohnen, Snackgurken, Blumenkohl“, zählt ihre Mutter Inka Kossel auf. „Zu sehen, wie alles groß wurde, das fanden sie toll. Und dann schmeckt’s ja auch noch richtig gut.“ Sabine Kretschmann hatte es schon im eigenen Garten mit dem Gemüseanbau versucht. „In Kästen, aber das wurde nicht so gut.“

Geld und Tipps

An der Pacht muss sich jede Familie mit einer Grundgebühr beteiligen, fürs Eigenbeet mit einem Obolus, dazu kommt noch das Wassergeld. „Das ist in diesem Jahr mehr als zuvor“, weiß Corina Fuhrmann. Drei, statt zuvor zwei 1000-Liter-Tanks, die vom Landwirt befüllt werden, stehen am Ackerrand. „Jeder wässert nach seiner Façon“, so Fuhrmann, „am besten abends oder morgens.“

Die ausgebildete Gärtnerin und Floristin bezeichnet sich als „Wenig-Gießerin“. So könne man Pflanzen daran gewöhnen, dass sie tief wurzeln und sich im Untergrund die Feuchtigkeit holen. Jungpflanzen decke sie mit Vliesstoff ab. Außerdem schätze sie die Permakultur. Dabei werde der Boden nicht umgraben, nur aufgelockert. Andere würden die Oberfläche öfter umgraben und rau halten, damit sie mehr Wasser aufnimmt.

Sinn und Werte

Sabrina Jung, Biologin, sagt: „Bei uns als Familie machen wir es vor allem auch für die Kinder. Also konkret für unseren beiden Söhne.“ Fünf und zwei Jahre alt. Kinder bräuchten den Kontakt mit der Natur, Bewegung und eine ausgewogene Ernährung, um sich zu entwickeln. „Daher versuchen wir, den beiden so zu ermöglichen, mit allen Sinnen zu erfahren, wo unsere Lebensmittel herkommen. Denn ich denke, dass das Lernen in jungen Jahren einen Menschen für das spätere Leben prägt. Zusammen mit unseren Nachbarn verschiedenen Alters können wir ihnen so grundlegende Interessen und Werte vermitteln.“ Der Acker diene also nicht nur einem Selbstzweck. „On top gibt’s dann auch jede Menge Spaß, Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein.“

Nachahmern geben die Ackemanntje gerne Tipps. Für Anfragen kann man eine Mail schicken an ackermanntje@gmx.de

 

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