Nabu Oldenburg gibt Tipps

„Leben und leben lassen“ gilt auch für Wespen

Oldenburg - Kaffee, Kuchen und Eis schmecken im Sommer am besten draußen auf der Terrasse – wäre da nicht ein Haken: Wespen. Besonders in diesem Jahr sprechen viele Menschen regelrecht von einer Wespenplage. Warum das so ist, lasse sich allerdings nicht eindeutig beantworten, sagt Bernd Ziesmer vom Nabu Oldenburg. „Das ist jedes Jahr anders. Viele Königinnen sterben in kalten Wintern, viele überleben in milden Wintern“, erklärt der Diplom-Biologe. Ein weiterer Faktor für die Anzahl der schwarz-gelben Insekten sei die Wetterlage zu Beginn der Nestbauzeit. Bei wochenlangem Dauerregen könne es zum Beispiel passieren, dass Nester kaputtgehen oder schimmeln und Larven sterben.

Süßigkeiten für Selbsterhalt

Die meisten Wespen seien im Hochsommer unterwegs, wenn die Königinnen befruchtet und ausgeflogen sind. Das Volk habe dann keine richtigen Aufgaben mehr und die Arbeiterinnen seien auf ihren Selbsterhalt gepolt. Das ist die Zeit, in der sich die Wespen an unserem Essen bedienen und lästig werden. Denn während sie die Larven ausschließlich mit tierischen Proteinen füttern, versorgen sie sich selbst am liebsten mit süßen Lebensmitteln, um an schnelle Energie zu kommen, erklärt Ziesmer.

Leben und leben lassen

In der Regel ist ein Zusammenleben mit Wespen nach dem Motto „Leben und leben lassen“ gut umsetzbar, sagt der Nabu-Mitarbeiter. Insofern sei ein Wespennest für die meisten Menschen unbedenklich und müsse nicht umgesiedelt oder entfernt werden, solange keine kleinen Kinder oder Allergiker betroffen sind. Falls ein Nest doch entfernt werden soll, können Betroffene sich beim Umwelttelefon der Stadt melden. Die Anzahl der dort bereits eingegangenen Anrufe in diesem Jahr bezüglich Wespen ist in den Sommermonaten bemerktbar gestiegen: Von insgesamt 264 Anrufen gingen 127 im Juli ein. Das sei der vierthöchste Wert der vergangenen zehn Jahre, teilt die Stadt mit.

Richtiges Verhalten, um nicht gestochen zu werden

Es kann immer mal wieder passieren, dass Wespen aus verschiedenen Gründen zustechen, was unter Umständen sehr schmerzhaft werden kann. Grundsätzlich seien Wespen friedlich und stechen nicht ohne Grund zu. Wenn sich also eine Wespe auf den Arm setze, gelte es, Ruhe zu bewahren. „Abwarten und aushalten, bis sie wegfliegt, ist der beste Umgang mit so einer Situation“, sagt Ziesmer. „Das schaffen aber nur die wenigsten“. Viele Menschen werden panisch und scheuchen die Wespen mit hektischen Handbewegungen weg, was man unter keinen Umständen tun sollte. Auch pusten oder draufschlagen sollte auf jeden Fall vermieden werden. Wenn ein Wespennest in der Umgebung ist, sollte man ein paar Meter Abstand halten und nicht in die Flugbahn der Wespen laufen. Auch vom Anatmen oder Rütteln am Nest rät der Nabu dringlichst ab.

Durchhalten bis Oktober

Für diejenigen, die ein Wespennest bei sich im Garten haben, hat Bernd Ziesmer gute Nachrichten: Die Insekten existieren nur noch bis zum Spätherbst – meist bis Oktober – dann sterben sie spätestens mit den ersten Frösten. Die Königinnen überleben zwar, verlassen aber auch das Nest. „Sie überwintern zum Beispiel irgendwo in Holzstapeln oder Ritzen in Mauerwerken und suchen sich danach einen neuen Platz“, erklärt der Diplom-Biologe. Ein Nest, das schon mal bezogen war, werde in der Regel auch nicht wieder bezogen. Wenn in einem Nest mehrere Königinnen entstanden sind, suchen diese sich im nächsten Jahr grundsätzlich einen neuen Ort zum Nisten, statt zum alten zurückzukehren, um sich nicht in die Quere zu kommen.

Mehr Infos gibt es online beim NABU Niedersachsen.

 

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