Stadt Leer greift durch

Schon acht Verfahren gegen Schottergarten-Besitzer

Leer - Über Geschmack lässt sich vortrefflich streiten – über das Für und Wider von Schottergärten ebenso. Erfolg werden die Schottergarten-Besitzer und Befürworter aus Leer nun allerdings nicht mehr haben. Hier sollen nämlich möglichst schnell alle Steinwüsten verschwinden und zum Wohle von Klima und Insekten in grüne, möglichst blühende Flächen umgewandelt werden. Damit dies gelingt, hat die Stadt einen Mitarbeiter eingestellt, der sich ausschließlich ums Aufspüren dieser Stein-Areale kümmert. Mit Erfolg: Aktuell laufen bereits acht Verfahren gegen Schottergarten-Besitzer, wie Patrick Düselder aus der Pressestelle der Stadt auf Nachfrage mitteilte.

Zeitrahmen für Rückbau

Dabei achtet der Mitarbeiter vor allem auf die geltenden Kriterien. So muss nicht überbaute Fläche Grünfläche sein, wenn sie nicht etwa für eine Zufahrt genutzt wird. Ist das nicht der Fall, müssen die Schottergärten zurückgebaut werden, wobei den Eigentümern ein gewisser zeitlicher Rahmen eingeräumt wird. „Da mit dem Rückbau eines Schottergartens auch eine neue Gartengestaltung verbunden ist, wird hier im Einzelfall entschieden“, erläuterte die Pressestelle und verwies auf Umstände wie die Pflanzzeiten. Dennoch gelte die Maßgabe, dass die Schotterflächen umgehend zurückzubauen seien.

Blühpflanzen-Quote?

Vorgaben, was statt Stein verwendet werden soll, gibt es übrigens nicht, auch keine Blühpflanzen-Quote oder ähnliches. „Grundsätzlich ist bei der Neugestaltung zu beachten, dass die Vegetation gegenüber Plattenbelägen, Pflasterungen oder Schotter überwiegt“, so die Faustregel der Stadt.

Zwangsgeld droht

Und wenn sich der Grundstückseigentümer weigert, etwas zu verändern? Dann droht ein Bußgeld, wie die Pressestelle der Stadt klarstellt, genauer gesagt ein Zwangsgeld, das festgesetzt wird, sollte der Anordnung nicht Folge geleistet werden. „Grundsätzlich wird durch die Verwaltung aber versucht, ein Verständnis zu erzielen, so dass keine Verfahren notwendig werden.“

Landkreis Leer macht sich bereit

Erlaubt ist dieses Vorgehen gegen Schottergärten auf jeden Fall. Das Land hat bereits vor Jahren entsprechende Vorgaben verfasst, es doch den Kommunen überlassen, ob und wenn ja, wie sie auf Grundstückseigentümer einwirken. Lange Zeit setzte deshalb auch der Landkreis Leer auf den guten Willen und Info-Broschüren, nun sollen auch auf Kreisebene härtere Geschütze aufgefahren werden. „Wir machen jetzt mehr Druck, weil Beratung und Information allein nicht zu einem Umdenken geführt haben“, erläuterte Kreis-Pressesprecher Philipp Koenen jüngst auf eine entsprechende Anfrage. Wie, ist noch unklar. „Der Landkreis Leer ist bei der Erarbeitung eines Konzeptes noch ganz am Anfang.“ Dennoch wird das Konzept im äußersten Fall auch ein Bußgeldverfahren vorsehen.

Worauf setzt die Stadt selbst?

Doch noch einmal zurück in die Stadt Leer. Hier zeigt sich an so mancher Straßenecke auf städtischem Grundstück auch viel Schotter, so etwa am Ostersteg Ecke Bergmannstraße. Doch was wie Schotter aussieht, ist gar kein Schotter, sondern Lavagranulat, das dem darunter liegenden Mutterboden helfen soll, Feuchtigkeit zu speichern.

 

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