Geruchsstörungen

Wenn die Nase verstopft ist

Oldenburg - Eine durch zu heiße Speisen verbrannte Zunge oder eine mit Erkältungsschleim verstopfte Nase: Verschlechterungen des Riech- und Geschmacksempfindens haben meistens harmlose Ursachen und gehen dann von selbst vorüber. Wenn die mitunter sehr unangenehmen Symptome aber über einen längeren Zeitraum anhalten, können sie auch ein Anzeichen für eine dauerhafte Funktionsstörung bzw. ein ernsthaftes gesundheitliches Problem sein, betont Prof. Dr. Andreas Radeloff. Direktor der Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg: „Im Zweifelsfall sollten die Beschwerden zeitnah beim Hausarzt oder einem HNO-Facharzt vorgestellt und mittels einer qualifizierten Diagnostik abgeklärt werden.“

In der Medizin wird unter qualitativen Riechstörungen mit einer falschen Wahrnehmung von Gerüchen sowie den deutlich häufigeren quantitativen Formen unterschieden, bei denen der Geruchssinn vermindert oder unnatürlich gesteigert ist. Aktuelle Studien zeigen, dass mehr als 70 Prozent aller Riechstörungen sinunasal bedingt sind – also durch eine Erkrankung der Nase oder der Nasennebenhöhlen.

Vermehrter Schleim und Schwellungen bewirken dann, dass Geruchsstoffe die Riechschleimhaut nicht erreichen können, wofür oft eine Infektion mit Grippe- oder Erkältungsviren verantwortlich ist. Mit dem Abklingen des Infekts verschwindet in der Regel auch die Riechstörung. Diese bleibt nach einer Virusinfektion nur in Einzelfällen dauerhaft bestehen. Gehäuft wurde dies nach einer Covid-Erkrankung beobachtet.

Krankhafte Veränderung

Bei einer nicht-sinunasalen Riechstörung wird das Problem durch krankhafte Veränderungen des Riechapparats ausgelöst, die zum Beispiel an den fürs Riechen verantwortlichen Schleimhäuten entstehen. Als weitere Ursache kommt eine beeinträchtigte Funktion der sogenannten Riechbahn infrage, über die aufgenommene Geruchsreize an das Gehirn weitergegeben werden. Entsprechende Beschwerden können sich beispielsweise infolge eines Schädel-Hirn-Traumas einstellen, durch das es auch zu Schädigungen der für die Funktion des Riechsinns verantwortlichen Nervenstrukturen gekommen ist.

Fachgesellschaften gehen davon aus, dass in Deutschland bis zu fünf Prozent der Frauen und Männer von einer medizinisch als Anosmie bezeichneten Riechstörung betroffen sind, wobei die Häufigkeit im Alter zunimmt. Der Anteil der Menschen, die mit einer Beeinträchtigung des Riechsinns – einer Hyposmie – leben, wird auf 20 Prozent geschätzt. Pro Jahr werden bundesweit rund 80000 Patienten wegen einer Riechstörung in einer HNO-Klinik behandelt.

Lebensgefahr möglich

Zumindest dauerhafte Einschränkungen des Riechvermögens sind oft mit einem erheblichen Verlust von Lebensqualität verbunden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Situationen, in denen es ohne einen funktionierenden Geruchssinn lebensgefährlich werden kann, erklärt Prof. Radeloff: „Das gilt zum Beispiel, wenn ein Brand zu spät erkannt wird, weil man den dadurch ausgelösten Rauch nicht über den Geruch wahrnehmen kann.“

Ohne erkennbaren Grund auftretende Riechstörungen können auch ein erster Hinweis auf eine bislang unerkannte Erkrankung sein. Mitunter sind sie ein Vorbote schwerer neurologischer Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson.

 

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