Verbotene Schottergärten

Kommt die „Garten-Polizei“ auch ins Ammerland?

Ammerland - Sie sind Steine des Anstoßes – Schottergärten. Auch im Ammerland gibt es (noch) den einen oder anderen, der lieber auf Kies und Steine statt auf Rasen und Beete setzt. Dabei ist Schotter mittlerweile eigentlich verboten. Im Landkreis Leer ist jetzt sogar eine „Schotter-Polizei“ unterwegs, die gezielt nach Steingärten sucht. Die ersten acht Verfahren laufen bereits, Grundstücksbesitzer müssen ihre Anlagen umgestalten. Und: Im Nachbarkreis ist eine große Diskussion in Gang, die bald auch ins Ammerland schwappen dürfte.

Sind Schottergärten wirklich verboten?

Ja. Laut Niedersächsischer Bauordnung müssen Grundstücksflächen, die nicht bebaut sind, Grünflächen sein. Die Freiflächen können mit Rasen oder Gras, Gehölzen, anderen Zier- oder Nutzpflanzen bedeckt sein. Pflasterungen und dergleichen seien allenfalls zu den Grünflächen zu zählen, wenn sie beispielsweise als schmale Einfassung von Beeten dienten.

Warum gibt es dann immer noch etliche Schottergärten?

Nun ja, das mit dem Verbot ist so eine Sache. Schlussendlich wurde es den Landkreisen, Städten und Gemeinden überlassen, wie sie die Vorgabe umsetzen. Der Tenor aus dem Umweltministerium war viele Jahre, dass die Behörden zwar gegen Stein- und Schottergärten einschreiten könnten, Bauwillige aber zunächst einmal dafür sensibilisieren sollten, Grünflächen anzulegen. Selbst Umweltminister Olaf Lies (SPD) hielt noch im Jahr 2018 Kontrollen von Privatgärten für überzogen, favorisierte die Aufklärung, auf die die Gemeinden im Ammerland auch setzen.

Wie sieht die Aufklärung aus?

Sie kommt meist in einem Broschüren-Format daher. Die Flyer wurden vorrangig Häuslebauern in die Hände gedrückt mit der Bitte, doch auf Steine weitgehend zu verzichten.

Warum setzt man im Kreis Leer nun doch auf einen „Garten-Polizei“?

Die Folgen des Klimawandels sind spürbar. Extreme Hitze, extreme Trockenheit, Starkregenereignisse – all das nimmt zu. Im Sommer heizt sich der Schotter stark auf, nachts kühlen die Steine ähnlich wie Straßen und Hauswände nur sehr langsam ab. Auf Schotterflächen stehen meist nur wenige Pflanzen, es wird somit weniger Staub gefiltert. Gleichzeitig verdichtet sich der Boden durch die Steine stark, Wasser kann kaum oder manchmal gar nicht mehr versickern. Gleichzeitig geht wertvoller Lebensraum für Insekten verloren.

Kann man nicht einfach die wasserundurchlässige Folie unterm Kies weglassen?

Es soll ja die Vegetation überwiegen, sodass Steinflächen aus Gründen der Gestaltung oder der leichteren Pflege nur in geringem Maße zulässig sind. So besagt es die Niedersächsische Bauordnung. Es ist dabei unerheblich, ob Schotterflächen mit oder ohne Unterfolie ausgeführt sind: Sie sind keine Grünflächen im Sinne des Bauordnungsrechts, soweit auch hier die Vegetation nicht überwiegt, so das Land.

Was passiert, wenn man an seinem Schottergarten festhält?

Dann drohen ordnungsbehördliche Verfahren, wie aktuell im Kreis Leer. Auch in anderen Kommunen und Bundesländern gibt es Kontrollen. Im Ammerland setzt man hingegen eher auf überzeugende Argumente. Auch das kann helfen. In der Gemeinde Apen wurden erst kürzlich Schottergärten von Grundstücksbesitzern umgestaltet.

 

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